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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Tiere im Zoo Eine animalische Ausstellungsgeschichte von der Menagerie bis zum Safari Park TuK

Was haben Zoos mit bürgerlicher Kultur zu tun, wie lassen sich die Epoche des Kolonialismus und des Imperialismus im Zoo wiederfinden und was machte eigentlich den deutschen Zoo im Nationalsozialismus aus? Dies sind nur einige Fragen, die in diesem Seminar...

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Was haben Zoos mit bürgerlicher Kultur zu tun, wie lassen sich die Epoche des Kolonialismus und des Imperialismus im Zoo wiederfinden und was machte eigentlich den deutschen Zoo im Nationalsozialismus aus? Dies sind nur einige Fragen, die in diesem Seminar angesprochen werden sollen. Dabei werden, ausgehend von der ersten Zoogründung im Jahr 1827 in London, Ideen und Konzepte zoologischer Gärten Betrachtung finden. Zoos gelten als hochgradig symbolische Orte, an denen sowohl Herrschaftssicherung, koloniale Ideologien und nationaler Wettbewerb praktiziert als auch die bürgerliche Nachfrage nach Voyeurismus und naturwissenschaftlicher Aufklärung befriedigt wurden. Das Tier spielt dabei sowohl eine Vermittlerrolle, über dessen Körper soziale Aushandlungen stattfanden. Gleichsam aber stellt es auch einen Wertgegenstand für sich in dieser Vermittlung dar: Je exotischer die Tiere, die für die Zoos erworben werden konnten dies galt jedenfalls noch im 19. Jahrhundert desto prestigeträchtiger war dies für den Zoo. Im 20. Jahrhundert changierte die Rolle des Zoos. In den Vordergrund gerückt wurden die direktere Interaktion mit dem Tier einerseits, und die Konzentration auf die Erhaltung bestimmter Arten andererseits.   Anhand von ausgewählter Sekundärliteratur und Originalquellen soll in diesem Seminar einerseits ein Überblick über die Geschichte der zoologischen Gärten in Deutschland und anderen westeuropäischen Ländern gegeben werden. Dabei wird gezeigt werden, inwieweit über die Geschichte des Zoos auch allgemeinere Aussagen zur Geschichte der Neuzeit getroffen werden können, über die Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft, der kolonialen Idee, der Nationalismen des 20. Jahrhunderts usw. Dabei soll anderseits ein Fokus auf der Quellelesung liegen und damit der Frage, welche Quellen wir nutzen können, um aus einer Geschichte des Zoos auch eine Geschichte der Tiere zu machen.   Ziel des Seminars ist also, die Geschichte der Zoologischen Gärten rezipieren sowie Quellen einordnen und kontextualisieren zu können. Gleichsam sollen die Teilnehmer_innen in die Lage versetzt werden, Aussagen über den historischen Kontext von den Zoologischen Gärten und damit über die sozialen Veränderungen des 19. Und 20. Jahrhunderts machen zu können. • Eric Baratay: Zoo: Von der Menagerie zum Tierpark. Berlin: Wagenbach 2000. • Annelore Rieke-Müller: Der Löwe brüllt nebenan. Die Gründung Zoologischer Gärten im deutschsprachigen Raum 1833 1869. Köln: Böhlau 1998. • Nigel Rothfels: Savages and Beasts: The Birth of the Modern Zoo. Baltimore: Johns Hopkins Univ. Press 2002. • Tierstudien Zoo H.7 2015 FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WiSe 2015/16 Geschichte Prof. Dr. Roscher Mieke