Uni-München
14. März 2017Seminar Trans Konzepte Theoretische und literarische Annäherungen
Freies Seminar von Studierenden für Studierende; kein Erwerb von ECTS-Punkten möglich. Dichotom und abgeschlossen gedachte Identitätskriterien wie Nationalität, Rasse, Ethnie, Geschlecht oder Körperlichkeit (Man ist entweder türkisch oder deutsch, weiß oder schwarz, männlich oder weiblich, behindert oder nicht-behindert – mit...
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Dichotom und abgeschlossen gedachte Identitätskriterien wie Nationalität, Rasse, Ethnie, Geschlecht oder Körperlichkeit (Man ist entweder türkisch oder deutsch, weiß oder schwarz, männlich oder weiblich, behindert oder nicht-behindert – mit den jeweils dazugehörigen Implikaturen) haben sich seit dem ‚Ende der großen Erzählungen‘ (Lyotard) und Ideologien des 20. Jahrhunderts als zunehmend problematisch erwiesen und scheinen den Herausforderungen einer ‚globalisierten‘ Welt nicht gewachsen. Alternative Forschungsansätze formulieren Transkulturalitäts-diskurse, die an die Stelle exkludierender Essentialisierungen das Konzept von fluiden und pluralen Subjekten setzen.
Theorien und Modelle, die sich dem Präfix trans- (Trans-Nationalität, Trans-Gender, Trans-Kulturalität, etc.) verpflichtet sehen, bewegen sich nicht innerhalb semiotisch abgeschlossener Systeme, sondern legen den Schwerpunkt auf Bewegung und Prozesshaftigkeit. Ihr performativer Charakter lässt trans-Konzepte offensiv ins Verhältnis zu konkurrierenden statischen Identitätsbegriffen treten und eröffnet ein Spannungsfeld von Unbestimmtheit und Determination, Offenheit und Abgeschlossenheit sowie von Textur und Grenze.
Dieses freie Seminar möchte sich sowohl theoretischen als auch literarischen Texten zuwenden, um die Möglichkeiten, Herausforderungen und Grenzen von Trans-Kulturalitätskonzepten auszumessen. Thematische Vorkenntnisse sind dafür nicht notwendig, aber wir freuen uns über Interesse, Neugierde und Diskussionsbereitschaft. Eine Beteiligung in Form einer Sitzungsverantwortung ist erwünscht. Ideen für den Seminarplan, den wir gemeinsam in der ersten Sitzung erstellen, können bereits im Vorfeld per Mail an uns gesandt werden; Mögliche Themenfelder sind (u.a.): Konstruktivismus, (Neo-)Rassismus, Kulturalismus und (Neo-)Nationalismus, Migration, Körper, kulturelle Hybridität und Figuren des Dritten, Postcolonialism oder Geschlecht.
Interessierten mit Vorkenntnissen oder aktuellen (Abschluss-)Projekten aus diesen Themenbereichen möchten wir außerdem die Möglichkeit bieten, ihre Forschungsergebnisse im Plenum vorzustellen und zu diskutieren.
Ein erfolgreiches Seminar könnte zudem Ausgangspunkt für weitere gemeinsame Projekte im Bereich ‚trans-Konzepte‘ sein, um unsere Diskussionen und Ergebnisse auch einem größeren Publikum zugänglich zu machen
Hirschberger, Magda
LMU München
SoSe 2015
Fröhler Tamara