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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Transkulturalität im europäischen Mittelalter

Ein Zusammenleben von Gesellschaftsgruppen mit unterschiedlichen sprachlichen, kulturellen und/oder religiösen Hintergründen hat es im mittelalterlichen Europa so gut wie überall und zu allen Zeiten gegeben. Süditalien etwa war von der Antike bis in die Neuzeit durch die Konvivenz griechischprachiger orthodoxer...

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Ein Zusammenleben von Gesellschaftsgruppen mit unterschiedlichen sprachlichen, kulturellen und/oder religiösen Hintergründen hat es im mittelalterlichen Europa so gut wie überall und zu allen Zeiten gegeben. Süditalien etwa war von der Antike bis in die Neuzeit durch die Konvivenz griechischprachiger orthodoxer Christen und lateinischer Christen geprägt. Zur griechisch-lateinischen Konvivenz zwangen auch die westlichen -Kolonial--Herrschaften im ehemaligen Byzantinischen Reich nach dem vierten Kreuzzug. Auf der iberischen Halbinsel mussten sich vor und nach der sog. Reconquista Muslime, Christen und Juden miteinander ins Benehmen setzen. Im Hl. Land bildete die traditionelle Multikulturalität der Levante eine tragfähige Basis für die Koexistenz zahlreicher unterschiedlicher Glaubensrichtungen. Kulturelle Disharmonien hingegen konnten aufgrund sprachlicher, ethnischer und sozialer Heterogenität innerhalb der Kreuzzugsheere entstehen. Während mobile Eliten aus europäischen, arabischen und asiatischen Ländern sich in Metropolen und Großstädten oder an Fürstenhöfen trafen, erlebten die in ganz Europa als maßgebliche Minderheit präsenten Juden eine sehr wechselhafte Geschichte interreligiösen Zusammenlebens. Die Möglichkeiten und Formen interkultureller oder transkultureller Koexistenz variierten durchaus erheblich - je nach politischen und sozialen Rahmenbedingungen. Dabei führte aber eine kriegerische Grundsituation nicht automatisch zu Konfrontation und Segregation der betroffenen Bevölkerungsgruppen, noch bedeutete eine stabile politische Lage einen Garant für friedliches Zusammenleben. In diesem Seminar werden wir diverse Beispiele von Transkulturalität im euromediterranen Mittelalter (vom Baltikum über das Rheinland bis zur Levante) behandeln und darüber hinaus die jüngere wissenschaftstheoretische Diskussion über Begriffe wie Interkulturalität, Transkulturalität, Hybridität etc. rekapitulieren. Einführende Literatur: Borgolte, Michael / Schneidmüller, Bernd (Hg.), Hybride Kulturen im mittelalterlichen Europa. Vorträge und Workshops einer internationalen Frühlingsschule = Hybrid cultures in medieval Europe (Europa im Mittelalter 16), Berlin 2010. Bemerkung Dieses Seminar ist auch geöffnet für die BürgerUni. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WiSe 2011/12 Geschichte HF Geschichte Dr. Mersch Margit