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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar TuK Streitfragen der Weimarer Republik Konflikt und Konsens im Deutschen Reichstag 1918-1933

Die Weimarer Republik ist in die kollektive Erinnerung als -zerrissene Zwischenkriegszeit- eingegangen, als in Weltanschauungen und extreme politische Parteien, in Milieus und Klassen fragmentierte Politik und Gesellschaft. Zugleich sind die reformerischen und sozialstaatlichen Leistungen der Republik unübersehbar, und neuere Forschungen...

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Die Weimarer Republik ist in die kollektive Erinnerung als -zerrissene Zwischenkriegszeit- eingegangen, als in Weltanschauungen und extreme politische Parteien, in Milieus und Klassen fragmentierte Politik und Gesellschaft. Zugleich sind die reformerischen und sozialstaatlichen Leistungen der Republik unübersehbar, und neuere Forschungen zur politischen Kultur der Zeit haben sogar gezeigt, dass Debattenkultur und Entscheidungsfindung im Parlament stärker von Konsens und Kompromiss geprägt waren als bislang gedacht. Wie sollte das historische Urteil über die politische Kommunikation in der krisengeschüttelten Demokratie also ausfallen? Verhinderten unüberbrückbare ideologische Differenzen ihr Fortbestehen, oder offenbart der politische Diskurs geteilte Überzeugungen und das Bemühen im Gespräch zu bleiben? Das Seminar unternimmt den Versuch, durch eigenständige Lektüre und Interpretation der Quellen die widerstreitenden Dimensionen von Konflikt und Konsens in den parlamentarischen Debatten des Reichstags von 1918 bis 1933 auszuloten. Das soll anhand wichtiger Streitfragen und zentraler politischer Projekte – Zwangswirtschaft, Rathenau-Mord, Flaggenstreit, Fürstenabfindung, Zensurgesetze liefern hier nur einige mögliche Stichworte – geschehen, was zugleich ermöglicht, einen Überblick über wichtige Stationen der Politikgeschichte Weimars zu erhalten. Methodisch bietet das Seminar den Vorteil, sich nicht nur an die Lektüre von Frakturschrift zu gewöhnen, sondern auch die diskursorientierten Methoden der neueren Politikgeschichte und politischen Kulturforschung kennenzulernen. Das TuK-Seminar ist in diesem Semester inhaltlich und methodisch besonders eng an das begleitende Propädeutikum gekoppelt. Ein Besuch nur eines der beiden Seminare ist daher nicht zu empfehlen. Literaturempfehlung zur Einführung: Thomas Mergel, Parlamentarische Kultur in der Weimarer Republik. Politische Kommunikation, symbolische Politik und Öffentlichkeit im Reichstag, Düsseldorf 2002 Ulrike Büttner, Weimar. Die überforderte Republik 1918-1933, Bonn 2008 FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WiSe 2014/15 Geschichte Dr. Torp Claudius