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Uni-Essen
14. März 2017

Seminar Übung Der Tat Kreis um Hans Zehrer 1899-1966 Eine korpusbasierte Analyse des Diskurses der so genannten Jungkonservativen der Zwischenkriegszeit

Der ‚Tat-Kreis‘ gruppierte sich um die Kulturzeitschrift Die Tat, die im rechtskonservativen Verlag von Eugen Diederichs erschien. Die Schriftleitung der Zeitschrift übernahm 1929 Hans Zehrer (1899-1966), der das Organ zu einem der einflussreichsten Sprachrohre der so genannten ‚jungkonservativen‘ Strömung der...

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Der ‚Tat-Kreis‘ gruppierte sich um die Kulturzeitschrift Die Tat, die im rechtskonservativen Verlag von Eugen Diederichs erschien. Die Schriftleitung der Zeitschrift übernahm 1929 Hans Zehrer (1899-1966), der das Organ zu einem der einflussreichsten Sprachrohre der so genannten ‚jungkonservativen‘ Strömung der Konservativen Revolution machte. Im Oktober 1933 wurde Zehrer als Schriftleiter abgesetzt und von dem inzwischen in die SS eingetretenen langjährigen Redaktionsmitglied Giselher Wirsing (1907-1975) abgelöst. Die Zeitschrift übte gegen Ende der Weimarer Republik gerade auf die Intellektuellen der Mittelschichten einen starken Einfluss aus: Schon 1931 wurde von linksliberaler Seite eine -bedenkliche Nachbarschaft- der Zeitschrift zu den nationalen und antikapitalistischen Gedankengänge der Gruppe um die (damals noch der NSDAP angehörigen) Gebrüder Strasser beklagt. So stufte z. B. das Berliner Tageblatt den Tat-Kreis schon vor 1933 -als literarische Schutzgarde des Nationalsozialismus- ein und bezeichnete seine Mitglieder als -Edel-Nazis oder Salon-Nazis-. – Der Schriftsteller Ernst Jünger (1895-1998) sowie der General von Schleicher (1882-1934), der letzte Kanzler vor Hitler, standen dem Tat-Kreis nahe bzw. wurden von ihm unterstützt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte Hans Zehrer lange Jahre als Chefredakteur der im Axel Springer Verlag erscheinenden konservativen Zeitung Die Welt. Anhand eines größeren Korpus soll der Diskurs des Tat-Kreises somit nicht nur mit den typischen Argumentationsstrukturen des ‚jungkonservativen‘ Flügels der ‚Konservativen Revolution‘, sondern auch der Nationalsozialisten verglichen werden. – Schließlich ist zu recherchieren, ob nicht auch noch in der Nachkriegszeit für den Tat-Kreis typische Metaphern bzw. Kollektivsymbole in Gebrauch gewesen sind – gilt dies vielleicht sogar bis auf den heutigen Tag? Primär literatur: Die Tat, Monatszeitschrift für Politik und Kultur (Ausgaben 1929-1933). Sekundär literatur: Hans Brunzel: Die -Tat- 1918–1933, Phil. Diss., Bonn 1952. Kurt Sontheimer: ‚Der Tatkreis‘, in:Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte7, Heft 3, 1959, S. 229–260 > einsehbar unter:http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1959_3.pdf Klaus Fritzsche: Politische Romantik und Gegenrevolution. Fluchtwege in der Krise der bürgerlichen Gesellschaft: Das Beispiel des Tat-Kreises. Frankfurt a. M. 1976. Stefan Breuer: Anatomie der Konservativen Revolution, Darmstadt 1993. Hans Henneke: -Ulrich Unfried- und der Tat-Kreis, in:Criticón 182/183, 2004, S. 43–46 (= neuere rechtskonservative Publikation). Germanistik Universität Duisburg-Essen SoSe 2014 Priv.-Doz. Dr. Küpper Reiner Priv Doz