Uni-Essen
14. März 2017Seminar Übung Literatur und Kultur der Empfindsamkeit
Die Epoche der Empfindsamkeit hat nicht nur eine interessante und immer noch lesenswerte Literatur hervorgebracht. Vielmehr bedeutet Empfindsamkeit eine Zäsur in der Geschichte der Emotionalität und des gesellschaftlichen Umgangs mit ihr. ‚Zärtlichkeit’, ‚empfindsam’ werden nicht nur zu Bedingungen literarischer Produktion...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Epoche der Empfindsamkeit hat nicht nur eine interessante und immer noch lesenswerte Literatur hervorgebracht. Vielmehr bedeutet Empfindsamkeit eine Zäsur in der Geschichte der Emotionalität und des gesellschaftlichen Umgangs mit ihr. ‚Zärtlichkeit’, ‚empfindsam’ werden nicht nur zu Bedingungen literarischer Produktion und Ästhetik erklärt, sondern darüber hinaus als Ideal von Interaktion und Schriftverkehr bestimmt. Empfindsamkeit wird so literarisches Programm und Sozialreform. Darüber hinaus hat die Empfindsamkeit eine eigentümliche literarische Anthropologie hervorgebracht, die zu einem veränderten Begriff des Menschen geführt hat.
Das Seminar wird zunächst den Begriff ‚Empfindsamkeit’ anhand popularphilosophischer Texte klären, um davon ausgehend Texte von Johann Wolfgang von Goethe, Jakob Michael Reinhard Lenz, Jean-Jacques Rousseau und anderen in den Blick zu nehmen. Konzentrieren wird sich das Seminar auf Formen der Prosa. Neben der vornehmlichen Lektüre von Prosatexten wird auf immer wieder auf theoretische Texte zurückgegriffen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwerben grundlegende Kompetenzen in der Literaturgeschichte des 18. Jahrhunderts und in der literarischen Programmatik der Empfindsamkeit. Das Seminar versetzt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Lage, Probleme der literaturgeschichtlichen Periodisierung der Empfindsamkeit zu erkennen und kultur- und medienwissenschaftliche Kontextualisierungen des ‚Empfindsamkeitsproblems’ vorzunehmen.
Die genaue Auswahl der Texte wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben. Material zum Seminar wird sich zu Beginn der Veranstaltung auch in einem digitalen Semesterapparat finden.
Zur Einführung:
Sauder, Gerhard: Theorie der Empfindsamkeit und des Sturm und Drang. Stuttgart 2003.
Koschorke, Albrecht: Alphabetisation und Empfindsamkeit. In: Hans-Jürgen Schings (Hg.), Der ganze Mensch. Anthropologie und Literatur im 18. Jahrhundert. DFG-Symposion 1992. Stuttgart Weimar 1994. S. 605-628.
Wegmann, Nikolaus: Diskurse der Empfindsamkeit. Zur Geschichte eines Gefühls in der Literatur des 18. Jahrhunderts. Stuttgart 1989.
Germanistik
Universität Duisburg-Essen
WiSe 2016/17
Dr.
Steinmayr Markus