Uni-Essen
14. März 2017Seminar Übung Methodenanwendung in Praxisfeldern Empirische Überprüfung eines Ansatzes zur Abschätzung gesellschaftlichen Widerstands gegen materielle Politik
Methodenanwendung in Praxisfeldern: Empirische Überprüfung eines Ansatzes zur Abschätzung gesellschaftlichen Widerstands gegen materielle Politik In der deutschen und insbesondere in der angelsächsischen Politikwissenschaft gibt es eine lange Tradition, die drei Dimensionen des wissenschaftlichen Politikbegriffs (polity, policy und politics) in einen...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenMethodenanwendung in Praxisfeldern: Empirische Überprüfung eines Ansatzes zur Abschätzung gesellschaftlichen Widerstands gegen materielle Politik
In der deutschen und insbesondere in der angelsächsischen Politikwissenschaft gibt es eine lange Tradition, die drei Dimensionen des wissenschaftlichen Politikbegriffs (polity, policy und politics) in einen Erklärungszusammenhang zu bringen. In der Veranstaltung soll der seit den Arbeiten von Theodore J. Lowi postulierte und immer wieder diskutierte Zusammenhang auch systematisch, empirisch untersucht werden, dem zufolge -policies determine politics-. Es soll also analysiert werden, in welcher Weise die spezifische Ausprägung von materieller Politik den Interessenauseinandersetzungsprozess um diese Politik erklären kann. Konkretisiert wird dieser Zusammenhang weiter, indem wir danach fragen wollen, wie der gesellschaftliche Widerstand gegen eine Policy von deren materiellen Eigenschaften geprägt wird.
Methodisch soll mit einem faktoriellen Survey gearbeitet werden. Dies ist ein wissenschaftliches Verfahren, das erst seit Kurzem für die Politikwissenschaft genutzt wird, jedoch in ihren Grundüberlegungen durchaus eine gewisse Tradition aufweist. Geht sie doch in ihren Ursprüngen auf Paul F. Lazarsfeld und Peter H. Rossi zurück. Mit ihr findet ein experimentelles Design auch in der Politikwissenschaft Eingang. Vereinfacht gesagt, wird hierbei Befragten ein Fragebogen präsentiert, der fiktive Zustandsschilderungen enthält. Wenn in diesen -Vignetten- die interessierenden Merkmalsausprägungen experimentell variiert werden, lässt sich ihr Einfluss auf Entscheidungen oder Beurteilungen der Befragten herausarbeiten und damit die Erklärungskraft einzelner Variablen bestimmen. Im interessierenden Fall hieße dies, dass Situationen konstruiert werden, in denen der Policy-Typ und das Ausmaß der angestrebten Änderung systematisch variieren und dann gefragt wird, wie weit die Befragten in ihrem Widerstand gehen würden.
Dose, Nicolai , 2008: Governance als problemorientierte Steuerung. Steuerung angesichts alter Probleme und neuer Herausforderungen, in: Gunnar Folke Schuppert/Michael Zürn (Hrsg.), Governance in einer sich wandelnden Welt, PVS-Sonderheft 41. Wiesbaden, 77-94.
Frings, Cornelia , 2009: Der faktorielle Survey als neue Datenquelle für die Politikwissenschaft, in: Kai-Uwe Schnapp/Nathalie Behnke/Joachim Behnke (Hrsg.), Datenwelten. Datenerhebung und Datenbestände in der Politikwissenschaft. Baden-Baden, 49-71.
Lowi, Theodore J. , 1972: Four systems of policy, politics and choice, in: Public Administration Review, Vol. 32, No. 4, 298-310.
Sozialwissenschaften
Universität Duisburg-Essen
WS 2011/12
Powi B.A., Politikwissenschaft (Bachelor of Arts)
Prof. Dr.
Dose Nicolai