Uni-München
14. März 2017Seminar UdSSR und Transitional Justice nach dem Zweiten Weltkrieg Rechtliche Nachkriegsordnungen in Europa und Asien
Kaum ein Begriff hat in den vergangenen Jahren so viel Aufmerksamkeit erlangt, wie Transitional Justice. Transitional Justice steht für die Aufarbeitung gewaltsamer Konflikte oder Regime, um den Übergang zur stabilen und sicheren Gesellschaft zu fördern. Dabei spielt juristische Widerherstellung der...
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Jetzt Lernplan erstellenKaum ein Begriff hat in den vergangenen Jahren so viel Aufmerksamkeit erlangt, wie Transitional Justice. Transitional Justice steht für die Aufarbeitung gewaltsamer Konflikte oder Regime, um den Übergang zur stabilen und sicheren Gesellschaft zu fördern. Dabei spielt juristische Widerherstellung der Gerechtigkeit eine wichtige Rolle. Obgleich das Konzept in den 1990er Jahren Einzug in Wissenschaft und Praxis hielt, reicht seine Anwendung weiter zurück. Vor allem das Ende des Zweiten Weltkrieges war durch die Nachfrage nach rechtlicher Aufarbeitung der begangenen Gräueltaten gekennzeichnet, und zwar nicht nur in Europa, sondern auch im asiatischen Raum.
Leider hat sich die Osteuropaforschung lange Zeit vor allem mit Russlands Verhältnis zu Europa befasst und russische Beziehungen mit asiatischen Ländern bis vor kurzem vernachlässigt. Der Einfluss der Sowjetunion auf die Nachkriegsordnung in Asien und Verfolgung von Kriegsverbrechen wurde bis jetzt unterschätzt und eher in der schwarz-weißen Dichotomie des Kalten Krieges betrachtet. Im Basiskurs werden wir uns sowohl mit der relativ gut recherchierten Rolle der Sowjetunion in Nachkriegsuropa als auch mit der weitgehend neuen Forschung zum sowjetischen Einfluss auf die asiatischen Kriegsverbrecherprozesse befassen.
Prüfungsformen im BA und mod. Lehramt: KL, RE, HA.
Prüfungsformen im Master-Nebenfach (His im GSP): KL, RE, HA.
Achtung NEU! Prüfungsform im Didaktikfach - Mittelschule und Sonderpädagogik (Studienbeginn ab WS 2015/16): RE + HA
Ruti G. Teitel: Transitional Justice, Oxford 2000; Peter H. Solomon: Soviet Criminal Justice under Stalin, Cambridge 1996; A. Hilger u.a. (Hgg.): Bd.1, Die Verurteilung deutscher Kriegsgefangener 1941-1953, Böhlau 2001; F. Hirsch: The Soviets at Nuremberg: International Law, Propaganda, and the Making of the Postwar Order, in: American Historical Review (June 2008), S. 701-730; Y. Totani: The Tokyo War Crimes Trial: The Pursuit of Justice in the Wake of World War II, Harvard 2008.
Anmeldung
Anmeldungen für Studierende im Rahmen des Gemeinsamen Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Profilbereiches GSP (ausschließlich für diese, ansonsten zentrale Einschreibung zu den im Vorspann genannten Terminen): bis spätestens Di., 11.10.16, per E-Mail an th.bauer@lrz.uni-muenchen.de
Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften
LMU München
WiSe 1617
Polunina Valentyna