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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar und er ist nur da ganz Mensch wo er spielt Die Psychologie von Spiel und Kreativität in ihrer Bedeutung für die therapeutische Arbeit mit Kindern und Erwachsenen

Das Seminar ist eine Einführung in die zentralen Konzepte von Spiel und Kreativität aus psychodynamischer und humanistischer Perspektive. Im Zentrum werden dabei die Schriften D.W. Winnicotts und M. Csikszentmihalyis stehen. Winnicotts zentrale Bedeutung ist, dass er die subjektive Erfahrung des...

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Das Seminar ist eine Einführung in die zentralen Konzepte von Spiel und Kreativität aus psychodynamischer und humanistischer Perspektive. Im Zentrum werden dabei die Schriften D.W. Winnicotts und M. Csikszentmihalyis stehen. Winnicotts zentrale Bedeutung ist, dass er die subjektive Erfahrung des Spiels konzeptuell fassbar macht. Mit dem Begriff des Übergangsraums beschreibt er eine Form menschlichen Erlebens, welche sich zwischen externer Realität und unserer inneren Welt auftut. Dieser intermediäre Erfahrungsraum ist zentral für die Entwicklung des kindlichen Selbst und seiner Beziehung zur Außenwelt. Kreatives Erleben ist in seiner Bedeutung jedoch nicht auf das Kindesalter beschränkt: Die psychologischen Zwischenorte bleiben zeitlebens die Räume, in denen wir uns eigentlich und lebendig fühlen. Die Dynamik des Erlebens solch schöpferischer Prozesse hat Csikszentmihalyi in seinem Begriff des Flow zu fassen versucht. Für beide Autoren ist die Fähigkeit zu Spiel und Kreativität eine notwendige Voraussetzung für eine positive psychologische Entwicklung. Im Seminar sollen die genannten Theorien gemeinsam erarbeitet und auf ihre Relevanz für die soziale Arbeit mit Menschen verschiedenen Alters hin befragt werden. Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind herzlich eingeladen Erfahrungen aus eigener praktischer Tätigkeit einzubringen. Anhand von S. Linn’s Buch The Case for Make Believe wird darüber hinaus diskutiert werden, inwiefern die gegenwärtigen gesellschaftlichen Bedingungen unsere Möglichkeiten zu kreativen Prozessen einzuengen oder zu missbrauchen drohen. Je nach Interesse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer können zudem auch philosophische (z.B. Nietzsches Geburt der Tragödie) oder gestaltpsychologische (z.B. Metzgers Schöpferische Freiheit) Perspektiven auf Kreativität behandelt werden. Teilnahmebedingung ist die aktive Beteiligung an Diskussionen, Gruppenübungen und dem gemeinsamen Erarbeiten ausgewählter Textstellen während des Seminars. Zudem wird die vorbereitende Textlektüre vor Beginn des Seminars erwartet. Bitte beachten Sie, dass einige Texte und Filmausschnitte nur in englischer Sprache verfügbar sind (d.h. zumindest Englisch-Grundkenntnisse sollten Sie mitbringen). FB 01 Institut für Sozialwesen Uni Kassel WiSe 2012/13 Soziale Arbeit Sell Christian