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Uni-München
14. März 2017

Seminar und Lektürekurs Saul Kripke 8222 Naming and Necessity 8220

durchführender Lehrender ist Herr Aljoscha Beck, M.A. Bekannt geworden ist Saul A. Kripke durch seine einflussreichen Untersuchungen zur Modallogik. In späteren Veröffentlichungen hat sich Kripke neben der philosophischen Logik verstärkt der Sprachphilosophie (der natürlichen Sprache) zugewendet. Neben Naming und Necessity,...

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durchführender Lehrender ist Herr Aljoscha Beck, M.A. Bekannt geworden ist Saul A. Kripke durch seine einflussreichen Untersuchungen zur Modallogik. In späteren Veröffentlichungen hat sich Kripke neben der philosophischen Logik verstärkt der Sprachphilosophie (der natürlichen Sprache) zugewendet. Neben Naming und Necessity, das teilweise als eines der bedeutendsten philosophischen Werke des 20. Jhd.s angesehen wird, ist seine Interpretation des Regelfolgenparadox' (Wittgenstein on Rules and Privat Laguage) viel diskutiert. Im Seminar werden wir Naming and Necessity gemeinsam lesen und kritisch diskutieren. Naming and Necessity beruht auf einer Transkription von drei zusammengehörenden Vorlesungen, die Kripke 1970 an der Princeton University gehalten hat, und hält – abgesehen von einigen Ergänzungen in Fußnoten - den informellen Charakter einer Vorlesung bei. Obwohl der Text inhaltlich anspruchsvoll ist und in verschiedene Debatten der analytischen Tradition eingreift, ist er aufgrund des informellen Charakters insbesondere auch für Studierende geeignet, die in der Lektüre philosophischer Texte im allgemeinen und sprachanalytischer Texte im besonderen noch nicht oder wenig geübt sind. Inhaltlich setzt sich Kripke in Naming and Necessity kritisch mit der in der klassischen analytischen Tradition vorherrschenden Theorie der Eigennamen (proper names) auseinander, nach der Eigennamen aufgrund ihres deskriptiven Gehalt denotieren. Demgegenüber zeigt Kripke, dass die Referenz von Eigennamen von möglichen Beschreibungen des Benannten unabhängig ist und das Eigennamen -regide designieren-, d. h. in allen möglichen Welten den selben Gegenstand benennen. Im Zuge dessen rechtfertigt Kripke verschiedene, stark umstrittene Konzepte modalen Sprechens (u. a. Notwendigkeit a posteriori) und weist zugleich den Realismus in Bezug auf mögliche Welten (D. Lewis) zurück. Zuletzt setzt sich Kripke mit Identitätsaussagen auseinander und weist eine bestimmte Form des Monismus in der Philosophie des Geistes (Identitätstheorie) zurück. Ziel des Seminars ist es zunächst den Text immanent und argumentativ zu rekonstruieren. Dafür werden wir neben dem Text von Kripke auch kürze Auszüge und kleinere Aufsätze zu Theorien besprechen, auf die sich Kripke in seinen Vorlesungen bezieht und von denen er sich abgrenzt (u. a. Russel, Frege, Wittgenstein, D. Lewis, Searle, Quine – die Texte werden zu Beginn des Semesters angegeben und zur Verfügung gestellt; um eine genaue Lektüre von Naming and Necessity nicht zu behindern, werde sie so gewählt, dass der nötige Arbeitsaufwand nur geringfügig steigt). Das Seminar gibt somit historisch und über den Text des Primärautors hinaus einen ersten Einblick in zentrale Debatten der Philosophie des 20. Jhd.s. Systematisches Ziel des Seminars ist es, den Zusammenhang von Benennung und modalem Sprechen – so gut wie möglich – zu explizieren (oder begründet zurückzuweisen). Zur Vorbereitung empfiehlt sich die Lektüre des Artikels -Reference- der Stanford Encyclopedia of Philosophy: http://plato.stanford.edu/entries/reference/. Im Seminar lesen wir Naming and Necessity im englischen Original: • Kripke, Saul A. (2013): Naming and Necessity. Oxford: Blackwell. Zur Vorbereitung kann auch die deutsche Übersetzung herangezogen werden: • Kripke, Saul A. (2005): Name und Notwendigkeit. Frankfurt: Suhrkamp. Sekundärliteratur zur ersten Orientierung: • LaPorte, Joseph: -Rigid Designators-, in Edward N. Zalta (ed.): The Stanford Encyclopedia of Philosophy (Summer 2011 Edition), URL = . • Reimer, Marga; Michaelson, Eliot: -Reference-, in Edward N. Zalta (ed.): The Stanford Encyclopedia of Philosophy (Winter 2014 Edition), URL = Weitere Literaturhinweise folgen im Seminar. Voraussetzungen Grundkenntnisse formaler Logik (Logik I) sind hilfreich, werden aber nicht vorausgesetzt. Unabdingbare Voraussetzung ist die kontinuierliche Lektüre der (englischsprachigen) Texte im Vorfeld der Sitzungen, sowie die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit. Leistungsnachweis Hausarbeit oder Referat + Protokoll Anmeldung Eine LSF-Belegung oder sonstige Voranmeldung ist nicht erforderlich. Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft Grundkenntnisse formaler Logik (Logik I) sind hilfreich, werden aber nicht vorausgesetzt. Unabdingbare Voraussetzung ist die kontinuierliche Lektüre der (englischsprachigen) Texte im Vorfeld der Sitzungen, sowie die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit. Hausarbeit oder Referat + Protokoll LMU München SoSe 2015 Univ.Prof.Dr. Hutter Axel