Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Versorgung problematischer Fallkarrieren im Krankenhaus
Sozialdienst im Krankenhaus in den beiden wichtigsten Aufgabenbereichen sozialadministrative Beratung und psychosoziale Betreuung, wird von Personen unterschiedlicher Aus- und Weiterbildung in höchst unterschiedlichen Einrichtungen der stationären Versorgung wahrgenommen. In Häusern, in denen der Versorgungsschwerpunkt bei der Behandlung schwerer chronischer Erkrankungen,...
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Jetzt Lernplan erstellenSozialdienst im Krankenhaus in den beiden wichtigsten Aufgabenbereichen sozialadministrative Beratung und psychosoziale Betreuung, wird von Personen unterschiedlicher Aus- und Weiterbildung in höchst unterschiedlichen Einrichtungen der stationären Versorgung wahrgenommen. In Häusern, in denen der Versorgungsschwerpunkt bei der Behandlung schwerer chronischer Erkrankungen, maligner Tumore oder in der Suchttherapie liegt, sind die Aufgaben der klinischen Sozialarbeit besonders vielfältig und zeitintensiv. Für die Bedürfnisse der Patienten, ihrer Angehörigen und die der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an diesem Ort der Krisen, des Hoffens und Bangens, der Verzweiflung, der Entlastung, des Leidens und zunehmend auch des Sterbens, können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialdienste kompetente Ansprechpartner sein. Bei knapper werdenden zeitlichen Ressourcen liegt eine große Gefahr in der Vernachlässigung all jener Aufgaben, die sich statistisch nicht so leicht darstellen lassen wie die Überleitung in Anschlussrehabilitationen oder stationäre Pflege, wie zum Beispiel wiederkehrende Kontakte während einer Krebsbehandlung, die damit schwerer honoriert werden. Die Fähigkeit, Bedarfslagen zu erkennen und adäquat zu bearbeiten setzt eine vertiefte Kenntnis des Gesundheitswesens, seiner geschichtlichen Ursprünge, seiner Traditionen und Hierarchien und seiner Wandlung im gesellschaftlichen Kontext voraus. Die Rolle der Handelnden, ihre Ziele, ihre Zielkonflikte und die Rahmenbedingungen ihrer Tätigkeiten sind zu betrachten und zu bedenken. Das Bewusstsein für die Interaktionsprozesse, Kenntnisse der medizinischen Aspekte, Fragen der Ethik und Grundkenntnisse der wichtigsten Rituale beim Sterben und Tod, gehören zur Ausrüstung eines Sozialpädagogen, einer Sozialarbeiterin im Krankenhaus.
Göckenjan, Gerd (2008): Sterben in unserer Gesellschaft - Ideale und Wirklichkeiten, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 4/2008
Dresske, Stefan (2005): Sterben im Hospiz. Der Alltag in einer alternativen Pflegeeinrichtung
Goffman, Erving (1973): Asyle. Über die Situation psychiatrischer Patienten und anderer Insassen
FB 04 Sozialwesen
Uni Kassel
WS 2008/2009
Sozialwesen
Herborth Gudrun Edith