Uni-Siegen
14. März 2017Vernunftgemäss und oder bibeltreu
Sowohl Menschen in sozialen Berufen wie Lehrer und Lehrerinnen finden sich immer wieder mit kirchlichen Stellungnahmen aus verschiedenen Denominationen konfrontiert. Und gerade im Siegerland, in dem es eine Fülle von freikirchlicher Kultur gibt, herrschen eine Menge an manchmal ungeschriebenen, oft...
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Jetzt Lernplan erstellenSowohl Menschen in sozialen Berufen wie Lehrer und Lehrerinnen finden sich immer wieder mit kirchlichen Stellungnahmen aus verschiedenen Denominationen konfrontiert. Und gerade im Siegerland, in dem es eine Fülle von freikirchlicher Kultur gibt, herrschen eine Menge an manchmal ungeschriebenen, oft aber sehr wohl auch zu lesenden Empfehlungen für das menschliche Handeln. Begründet werden diese Ratschläge oder sogar Gebote zuweilen mit der Bibel. -Die Bibel sagt: XY ist Sünde und darf darum nicht sein.- Oder: -Nach der Bibel ist XY geboten und deshalb in unserer Gesellschaft umzusetzen.- So lauten bestimmte Voten aus kirchlichen Kreisen. Andere kirchliche Stellungnahmen, die manchmal auch in ganz andere Richtungen weisen, argumentieren nicht zuvorderst mit der Bibel, sondern fragen mehr nach vernunftgemäßen und damit gesamtgesellschaftlich plausibleren Argumenten – die Bibel sei auch nicht so einfach umzusetzen.
Das lässt mich fragen: Womit und wie werden kirchliche ethische Stellungnahmen in Landeskirchen und Freikirchen und vielleicht werfen wir im Seminar auch einen Blick auf die Argumentation der röm.-kath. Kirche) begründet? Die Themen, die oft in beiden angeführehn Begründungen auffindbar sind, lauten z.B. Ehe, vorehelicher Geschlechtsverkehr, Homosexualität, Abtreibung, Krieg oder Waffengewalt.
Wir wollen uns im Seminar solchen Texten zuwenden. Es sind keine Texte für Insider, sondern sie zielen alle auf Allgemeinverständlichkeit und Allgemeingültigkeit – und sind deshalb auch nicht schwer zu verstehen. Wir wollen also keine theologischen Begründungstexte zum Ausgangspunkt machen, sondern die Endprodukte befragen auf ihre Argumentation hin. Ich bin mir sicher, dass dabei auch überraschende, vielleicht sogar hier und dort verblüffende Erkenntnisse zu gewinnen sind.
Theologische Vorkenntnisse oder gar kirchliches Insidersein ist dabei keine Voraussetzung! Aber wenn man eines oder beides mitbringt, schadet das auch nicht. Ich hoffe auf bereichernde Gespräche.
Evangelische Theologie - Systematische und ökumenische Theologie
Universität Siegen
SoSe 2012
Univ.-Prof. Dr.
Plasger Georg