Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Von Computersucht und Medienverwahrlosung Phänomen einer gesellschaftlichen Entwicklung
In dem letzten Forschungsbericht des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen e.V. (Rehbein et al. 2009) wurden die Ergebnisse einer umfassenden Studie zur Computerspielabhängigkeit im Jugendalter vorgestellt, nach der bei etwa 3% aller Jungen der neunten Jahrgangstufe eine Computerspielabhängigkeit diagnostiziert werden könne. Neben...
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Jetzt Lernplan erstellenIn dem letzten Forschungsbericht des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen e.V. (Rehbein et al. 2009) wurden die Ergebnisse einer umfassenden Studie zur Computerspielabhängigkeit im Jugendalter vorgestellt, nach der bei etwa 3% aller Jungen der neunten Jahrgangstufe eine Computerspielabhängigkeit diagnostiziert werden könne.
Neben der Debatte um diese -neue- Suchtgefahr wird in den letzten Jahren der Diskurs bezüglich der Wirkung der neuen Medien, insbesondere der der Computerspiele, von mehr oder weniger angenommenen Zusammenhängen zwischen Medien- / Computerspielgewalt und aggressiven und relational aggressivem Verhalten bestimmt.
Generell scheinen negative Aspekte und Konsequenzen der neuen Medien die Diskussion zu beherrschen. Exemplarisch sind Phänomene wie Cybermobbing oder Happy Slapping zu nennen.
Bei näherer Betrachtung ist aber oftmals zu bemängeln, dass gerade die virtuellen Welten betreffend erstaunlich schnell bewertet, geurteilt und nach Restriktionen gerufen wird, bei einer auffallend geringen inhaltlichen Auseinandersetzung.
Das Zusammenspiel gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und kultureller Veränderungen in Wechselwirkung mit einer rasanten Technisierung und Medialisierung führt zu einer Vielzahl an Umbrüchen für uns Menschen und den Systemen in denen wir uns bewegen.
Virtualität und Realität sind heute untrennbar miteinander verknüpft, wir können somit ohne zu zögern von medialen Lebenswelten sprechen. Unter Berücksichtigung, dass ein unumkehrbarer Prozess begonnen hat, stellt sich die Frage nach den Konsequenzen, die sich für die Praxis der sozialen Arbeit ergeben haben und noch ergeben werden. Denn eine bloße Regulierung mit Verboten oder ein Abtun als Jugendkultur verfehlt die Tragweite dieser Entwicklung.
In diesem Seminar soll die Möglichkeit geboten werden, einige dieser sich ergebenden Veränderungen aus dem Blickwinkel der Praxis von Beratung und der Präventionsarbeit im Suchthilfebereich kennen zu lernen. Als Basis werden wir zu Beginn des Seminars einige Ergebnisse aus der Medienwirkungsforschung kritisch beleuchten, um insgesamt neue Ideen und Möglichkeiten einer praktischen Arbeit ohne Ausklammerung medialer Lebenswelten entwickeln zu können.
FB 04 Sozialwesen
Uni Kassel
WS 2009/2010
Lehrveranstaltungspool FB 04
Sozialwesen
Theis Philipp