Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Wie Menschen gemacht werden Subjektivierungen und Akteur Netzwerke bei Foucault Latour Co
Menschen leben in Gesellschaften so zumindest lautet eine innerhalb und außerhalb der Soziologie weit verbreitete Ansicht. Entsprechend ist die Soziologie seit mehr als einhundert Jahren damit befasst, die beiden Größen Mensch und Gesellschaft zu bestimmen und zueinander in Beziehung zu...
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Jetzt Lernplan erstellenMenschen leben in Gesellschaften so zumindest lautet eine innerhalb und außerhalb der Soziologie weit verbreitete Ansicht. Entsprechend ist die Soziologie seit mehr als einhundert Jahren damit befasst, die beiden Größen Mensch und Gesellschaft zu bestimmen und zueinander in Beziehung zu setzten. Im Seminar soll es deshalb um jene Entitäten gehen, die in der Soziologie wahlweise als Menschen, Handelnde, Akteure, Individuen, Selbste, Subjekte u.v.m. gelten. Nie können Menschen dabei als natürlich gegebene Konstante vorausgesetzt werden, sondern immer werden sie gesellschaftlich hergestellt und stellen sich selbst her. Die sozialen Formen, die Menschen dabei annehmen können, sind immer auch Vorschriften man darf nicht nur Mensch sein, man muss es. So ist die (Selbst)Produktion von menschlichen Einzelwesen immer verbunden mit Freiheiten, Ansprüchen und Zumutungen, durch die die Einzelwesen ermächtigt, unterdrückt, motiviert oder gelenkt werden.
Das Seminar wird sich auf zwei Theoriestränge konzentrieren, die besonders fruchtbare Beiträge zum Thema geliefert haben, und diese in einen Dialog bringen: erstens die Subjektivierungtheorien von Michel Foucault und jenen, die er inspiriert hat, und zweitens Ansätze der Akteur-Netzwerk-Theorie (Bruno Latour u.a.). Subjektivierungstheorien beschreiben wie Menschen in soziale Formungsprozesse eingebunden sind und sich selbst einbinden, Prozesse in denen gesellschaftliche Zurichtung und Selbstmodellierung zusammenwirken. Im Mittelpunkt stehen die Verfahren, Institutionen und Technologien, die solche Formen der Macht und Subjektivierung hervorbringen. In der Akteur-Netzwerk-Theorie entstehen Menschen indes als Effekte ganzer Schwärme von menschlichen und nicht-menschlichen Entitäten. Materielle und technische Objekte sind hier ebenso integral für die Menschwerdung wie Erziehung und Sprache. Wir werden beide Theorien vergleichend auf ihre Ausgangsprämissen befragen, auf ihre Technologiekonzepte, Machtkonzeptionen, politischen Implikationen etc. um so zu einer robusten Vorstellung de Prozesse der Menschwerdung zu kommen.
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
WiSe 2015/16
Soziologie
Dr.
Ochs Carsten