Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Wie werden Zitronen gefaltet Management an der Universität und in Unternehmen
Universitäten und Unternehmen sind als Organisation, bei Strukturen, Finanzierung und Zielen sehr verschieden. Unternehmen sind privatwirtschaftlich finanziert und haben das Ziel ihren Gewinn zu maximieren. Universitäten werden öffentlich finanziert und haben den hoheitlichen Auftrag zur -Pflege und Entwicklung der Wissenschaften...
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Jetzt Lernplan erstellenUniversitäten und Unternehmen sind als Organisation, bei Strukturen, Finanzierung und Zielen sehr verschieden. Unternehmen sind privatwirtschaftlich finanziert und haben das Ziel ihren Gewinn zu maximieren. Universitäten werden öffentlich finanziert und haben den hoheitlichen Auftrag zur -Pflege und Entwicklung der Wissenschaften und Künste sowie der Verwirklichung des Rechts auf Bildung durch Forschung, künstlerisches Schaffen, Lehre, Studium und Weiterbildung in einem freiheitlichen, demokratischen und sozialen Rechtsstaat- (§3 Hessisches Hochschulgesetz). Unternehmen sind (meist) nach einer klaren Hierarchie- bzw. Machpyramide strukturiert. Eine solche Struktur ist an der Universität mit Trennung in zentrale Verwaltung, Hochschulleitung, Fachbereiche, den Gremien und der Macht der Professor/innen qua Status, verbunden mit der grundgesetzlich abgesicherten Freiheit von Forschung und Lehre, nicht zu erkennen. Allerdings sind Universitäten aufgrund größerer Autonomie, Wettbewerbsdruck und Ökonomisierung von Wissenschaft vermehrt dem Druck ausgesetzt unternehmerische Managementinstrumente einzuführen und an die eigene Struktur anzupassen. Insofern kann die Frage gestellt werden, ob in Universitäten Management gelingen kann oder ob es eher ein Versuch ist Zitronen* zu falten?
Dieser Fragestellung geht das Seminar nach. Mit kurzen Interviews mit Manager/innen in Unternehmen und der Universität, d. h. Universitäts- und Fachbereichsleitungen, werden vergleichend die Spielräume und Instrumente des Managements erhoben. Nach der Einführung zum Expert/inneninterview als qualitativer Methode der Sozialforschung wird gemeinsam ein Leitfaden für die Expert/inneninterviews erarbeitet. Die Teilnehmer/innen werden dann Expert/inneninterviews an der Universität und in Unternehmen führen, transkribieren und auswerten.
Einführende Literatur
Helfferich, Cornelia (2009): Die Qualität qualitativer Daten. Manual für die Durchführung qualitativer Interviews, 3. überarbeitete Auflage, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften [Im Uninetz: http://www.springerlink.com/content/978-3-531-15410-7/#section=510101&page=1 (Zugriff 11.01.2011)]
* Laske, Stephan; Claudia Meister-Scheytt (2003): Wer glaubt, dass Universitätsmanager Universitäten managen, glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten. In: Lüthje, Jürgen; Sigrun Nickel (Hg.): Universitätsentwicklung. Strategien, Erfahrungen, Reflexionen, Frankfurt a.M. et al.: Peter Lang, S. 163-188.
Meuser, Michael/Nagel, Ulrike (2002): ExpertInneninterviews - vielfach erprobt, wenig bedacht. Ein Beitrag zur qualitativen Methodendiskussion, in: Bogner, Alexander / Littig, Beate / Menz, Wolfgang (Hg.): Das Experteninterview. Theorie, Methode, Anwendung. Opladen: Leske und Budrich 2002, 71-93. [im Uninetz: http://www.springerlink.com/content/m23778m31g270g32/ (Zugriff 11.01.2011)]
Bemerkung
Teilnahmebegrenzung 25 Personen - um verbindliche Anmeldung wird gebeten an schneijderberg @ incher.uni-kassel.de (bitte Leerzeichen um @ entfernen)
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
SoSe 2011
Soziologie HF
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Schneijderberg Christian