Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Wien um 1900
…ist eine fruchtbare Brutstätte kultureller Veränderung in einem Klima schwelender politischer, sozialer und religiöser Widersprüche und Konflikte. Als kultureller Aufschwung und gleichzeitiger Untergang des Österreich-Ungarischen Kaiserreiches wird die Situation erlebt. Wie auch in anderen europäischen Metropolen formierten sich in diesem...
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Jetzt Lernplan erstellen…ist eine fruchtbare Brutstätte kultureller Veränderung in einem Klima schwelender politischer, sozialer und religiöser Widersprüche und Konflikte. Als kultureller Aufschwung und gleichzeitiger Untergang des Österreich-Ungarischen Kaiserreiches wird die Situation erlebt. Wie auch in anderen europäischen Metropolen formierten sich in diesem gesellschaftlichen Klima in Wiener Künstlerkreisen die sogenannten -Jungen- mit dem Ziel einer Befreiung und Modernisierung der Kunst im Hinblick auf Stil und geistigen Inhalt. Ihre Absichten und ihr Wirken richteten sich gegen den traditionellen, akademischen Kunstbetrieb und die etablierte Kultur und Ideologie des Historismus – monumental charakterisiert durch die gründerzeitliche Architektur der Ringstraße. Dabei tritt diese Erneuerungsbewegung jedoch keineswegs homogen in Erscheinung.
Ziel des Seminares wird es sein, die unterschiedlichen progressiven Kräfte in ihren Zielsetzungen und künstlerischen Äußerungen genauer zu betrachten. Die Gründung der Wiener Secession, der Vereinigung bildender Künstler, im Frühjahr 1898 und ihr weiteres Wirken markieren darunter nur einen Aspekt. Ebenso lässt sich die Wiener -Moderne- nicht einfach unter dem Begriff -Jugendstil- subsumieren. Wie gestaltete sich also ihre Beziehung zu aktuellen internationalen Kunstströmungen? Wie radikal konnte sie sich von traditionellen Kunstauffassungen lösen und wie war es um ihre Modernität und die Umsetzung ihrer programmatischen Ansprüche tatsächlich bestellt?
Dazu sollen exemplarisch wichtige Künstler (z. B. Josef Hoffmann, Gustav Klimt, Adolf Loos, Joseph Maria Olbrich, Otto Wagner...) und Künstlergruppen ( z. B. auch die Wiener Werkstätten) mit ausgewählten Werken und Projekten herausgegriffen werden. Dem historischen Selbstverständnis vom -Gesamtkunstwerk- entsprechend müssen dabei die unterschiedlichen Kunstgattungen Malerei, Architektur, Grafik, Kunsthandwerk immer wieder auch gemeinsam in den Blick genommen werden. Ergänzend soll punktuell publizistischen und kunsttheoretischen Äußerungen, die ihr Wirken begleiteten, Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Maria Auböck: Wien um 1900. Kunst und Kultur, Wien [u.a.]: Brandstätter, 1985. – Ausst.Kat. Heiliger Frühling. Gustav Klimt und die Anfänge der Wiener Secession 1895 – 1905, anläßlich der 398. Ausstellung der Graphischen Sammlung Albertina, 16. Oktober 1998 bis 10. Jänner 1999, bearb. v. Marian Bisanz-Prakken, Wien [u.a.] 1999. – Christian Brandstätter: Wien 1900. Kunst und Kultur, Fokus der europäischen Moderne, München [u.a.], 2005. – Werner Hofmann: Gustav Klimt und die Wiener Jahrhundertwende, unv. Neuaufl., Salzburg 1977. – Carl E. Schorske: Wien. Geist und Gesellschaft im Fin de siècle, Frankfurt a. M. 1982.
Bemerkung
Teilnahmebedingungen:
Neben der regelmäßigen Teilnahme, die aus didaktischen Gründen der aufeinander aufbauenden Diskussion des Themas erforderlich ist, wird die Bereitschaft zur Übernahme eines Referates sowie zur Vorbereitung der einzelnen Seminarsitzungen durch Lektüreaufgaben vorausgesetzt.
Die Seminare des Studiengangs Kunstwissenschaft sind teilnehmerbeschränkt. Daher ist eine Online-Anmeldung über HIS/POS zwingend notwendig. Diese ist im Zeitraum vom 26.09.2012, 08:00:00 bis zum einschließlich 17.10.2012, 23:59:00 möglich. Die Platzbestätigung wird nach Ablauf der Anmeldefrist per E-Mail verschickt. Der Besuch der ersten Sitzung ist obligatorisch, da der Platz ansonsten im Nachrückverfahren vergeben wird! Studierende, welche keine Platzbestätigung erhalten haben, können dennoch zu der ersten Sitzung erscheinen, um evtl. einen Nachrückerplatz zu erhalten.
B.A. 1.0: I b1, II b1/c, III b1, IV b/c, V b/c
B.A. 2.0: I b/c, II b1/c, III a/b1, IV b
L 1, L 2, L 3
Kunsthochschule Kassel
Uni Kassel
WiSe 2012/13
Rieger Birthe