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Uni-München
14. März 2017

Vorlesung Dogmatik IV Ekklesiologie in sakramentaler eschatologischer und pneumatologischer Perspektive

-Ist die Kirche noch zu retten?- (vgl. das gleichnamige Buch von H. Küng). Die Frage nach der Zukunft der Institution Kirche wird mittlerweile nicht nur von kritischen Forschern gestellt, sondern genauso ernsthaft von besorgten Hirten und Kirchenmännern (und Frauen); eine...

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-Ist die Kirche noch zu retten?- (vgl. das gleichnamige Buch von H. Küng). Die Frage nach der Zukunft der Institution Kirche wird mittlerweile nicht nur von kritischen Forschern gestellt, sondern genauso ernsthaft von besorgten Hirten und Kirchenmännern (und Frauen); eine schleichende Distanzierung breiter Bevölkerungsschichten von der Kirche, die jedenfalls in der westlichen Welt unaufhaltsam zu sein scheint, kann nicht einfach nur auf kirchliche Skandale zurückgeführt werden, die verstärkt in den letzten Jahren in das Licht der Öffentlichkeit rückten. Hängt diese zurückgehende Wahrnehmung ekklesialen Lebens mit der Verhärtung von gewissen hierarchischen Strukturen in der Kirche oder mit der wachsenden Individualisierung in den westlichen Gesellschaften zusammen, denen der Sinn einer kirchlichen Gemeinschaft/Koinonia nicht mehr plausibel erscheint oder können wiederum kirchliche Rituale – v.a. das sakramentale Leben – nicht mehr verstanden werden? Wie lässt sich dann erklären, dass gewisse enthusiastische Kreise in den letzten Jahrzehnten Zulauf bekommen: kann eine pneumatische/geistinspirierte Deutung und auch eine entsprechende Strukturierung ekklesialen Lebens einen neuen Weg für die Kirche der Zukunft ebnen oder läuft sie wiederum Gefahr das kirchliche Leben aus der Öffentlichkeit zu verdrängen und stattdessen einer Spiritualisierung Vorschub zu leisten? In der Vorlesung wird besonderes auf die Verbindung zwischen Pneumatologie und Ekklesiologie fokussiert: die Vernachlässigung der innigen Verschränkung dieser dogmatischen Traktate ist, nach der Interpretation von vielen Orthodoxen Theologen, mit ein Grund für die eindimensionale Institutionalisierung ekklesialen Lebens. Ebenso eine zentrale Stelle nimmt das Studium von klassischen Fragen der Ekklesiologie in ökumenischer Perspektive ein, wie v.a. die Amtstheologie, die Katholizität und die Apostolizität der Kirche. J. Bräker, Kirche, Welt, Mission: Alexander Schmemann - Eine ökumenisch relevante Ekklesiologie, Göttingen 2013. W. Kasper, Die Kirche und ihre Ämter: Schriften zur Ekklesiologie II, Freiburg i. Br. 2009. J. Meyendorff, Catholicity and the Church, Crestwood N. Y. 1983. J. Moltmann, Der Weg Jesu Christi. Christologie in messianischen Dimensionen, München 1989. I. Moga, Kirche als Braut Christi zwischen Kreuz und Parusie: Die Ekklesiologie Hans Urs von Balthasars aus orthodoxer Perspektive, Berlin 2010. F. Senn, Der Geist, die Hoffnung und die Kirche: Pneumatologie, Eschatologie, Ekklesiologie, Zürich 2009. A. Vletsis, Katholizität oder Ökumenizität der Kirche? Das Ringen um die dritte Eigenschaft der Kirche in der orthodoxen Theologie, in: S. Hell, Katholizität, Innsbruck 2007, S. 49-91. Ders., -Die Eucharistie macht die Kirche- – oder doch umgekehrt? Chancen und Unwegsamkeiten der -eucharistischen Ekklesiologie-, in: OFo 27 (2013) 153-167. M. Volf, Trinität und Gemeinschaft. Eine Ökumenische Ekklesiologie, Mainz - Neukirchen-Vluyn 1996. G. Wenz, Kirche: Perspektiven reformatorischer Ekklesiologie in ökumenischer Absicht, Göttingen 2005. J. Werbick, Grundfragen der Ekklesiologie, Freiburg i. Br. 2009. J. Zizioulas, Communion and Otherness, New York 2006. Institut für Orthodoxe Theologie LMU München WiSe 1415 Prof.Dr. Vletsis Athanasios