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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Wieviel Gemeinschaft braucht die Demokratie

Ein einzelner Mensch kann in der Regel wenig im Politischen bewegen. Vielmehr hängen politische Erfolge von kollektivem Handeln ab - dies gilt besonders für moderne Demokratien, die mit ihren Institutionen aus guten Gründen den Einfluss einzelner Menschen begrenzen. Kollektives Handeln...

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Ein einzelner Mensch kann in der Regel wenig im Politischen bewegen. Vielmehr hängen politische Erfolge von kollektivem Handeln ab - dies gilt besonders für moderne Demokratien, die mit ihren Institutionen aus guten Gründen den Einfluss einzelner Menschen begrenzen. Kollektives Handeln wiederum setzt gemeinsame Werte und Ziele, geteilte Weltbilder und Problemwahrnehmungen sowie Möglichkeiten zur Gruppenbildung und Abstimmung individuellen Handelns voraus. Doch inwiefern sind diese Voraussetzungen in modernen Gesellschaften (noch) gegeben? Führt nicht die immer weiter fortschreitende Arbeitsteilung, Spezialisierung und Technisierung gesellschaftlicher Arbeits- und Lebenszusammenhänge dazu, dass die politische Urteilsfähigkeit der Bürger/-innen abnimmt? Führt nicht die wachsende Mobilität - sei sie geografisch, sozial, politisch oder organisatorisch - dazu, dass kollektives Handeln immer schwieriger wird? Führt die (durchaus erwünschte) Individualisierung und Pluralisierung der Gesellschaft zum Verlust einer gemeinsamen Lebenswelt, die als Bezugsrahmen für politisches Handeln dient? Diese Fragestellungen sind treffend in der Frage -Wieviel Gemeinschaft braucht die Demokratie?- - so der Titel des Seminars in Anlehnung an den Titel einer Aufsatzsammlung zur politischen Philosophie von Charles Taylor - zusammengefasst. Das Seminar ist in 3 Blöcke gegliedert. Im ersten Block erfolgt eine Einführung in grundlegende Begrifflichkeiten. Im zweiten Block werden empirisch fundierte Problemdiagnosen zu den Themen­komplexen Individualisierung, Beschleunigung, Technisierung und Arbeitsteilung sowie Lobbyismus besprochen. Der dritte Teil widmet sich schließlich den in der modernen politischen Theorie diskutierten Lösungsansätzen. Hier wird insbesondere auf die Lösungsangebote des politischen Liberalismus und des Kommunitarismus eingegangen. Beck, Ulrich / Beck-Gernsheim, Elisabeth (1994) (Hrsg.): Riskante Freiheiten. Individualisierung in modernen Gesellschaften, Frankfurt am Main. Haus, Michael (2003): Kommunitarismus. Einführung und Analyse, Wiesbaden. Honneth, Axel (1993) (Hrsg.): Kommunitarismus. Eine Debatte über die moralischen Grundlagen moderner Gesellschaften, Frankfurt am Main. Kersting, Wolfgang (2005): Politischer Liberalismus zur Einführung, Hamburg. Bemerkung Die Anzahl der Teilnehmenden ist auf 30 begrenzt. Um eine vorherige Anmeldung bei Hispos wird gebeten. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WiSe 2010/11 Politikwissenschaften HF Fischer Beate