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Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Seminar Wissenschaftlicher Realismus

Die empirischen Wissenschaften haben uns im Laufe der letzten Jahrhunderte eine große Zahl von ausgezeichnet bestätigten wissenschaftlichen Theorien beschert. Diese Theorien machen Behauptungen über die Welt, die weit über die Behauptungen des Common-Sense hinausgehen. Sie handeln von Dingen wie Elektronen,...

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Die empirischen Wissenschaften haben uns im Laufe der letzten Jahrhunderte eine große Zahl von ausgezeichnet bestätigten wissenschaftlichen Theorien beschert. Diese Theorien machen Behauptungen über die Welt, die weit über die Behauptungen des Common-Sense hinausgehen. Sie handeln von Dingen wie Elektronen, Quarks und Viren, die wir mit unseren Sinnen nicht direkt beobachten können. Es stellt sich daher die Frage, welche Einstellung wir zu diesen Theorien einnehmen sollen: Können wir sie als wahr akzeptieren? Oder sollen wir sie nur als nützliche Instrumente ansehen, die dazu dienen, unsere Beobachtungen zu systematisieren und beobachtbare Vorhersagen zu machen? Fragen dieser Art stehen im Zentrum der Debatte um den wissenschaftlichen Realismus.   Die wichtigste Position dieser Debatte ist der wissenschaftliche Realismus, wonach wir gut bestätigte Theorien als annähernd wahr akzeptieren dürfen. Daneben gibt es verschiedene Gegenpositionen, die vorsichtigere Einstellungen empfehlen, etwa der konstruktive Empirismus von van Fraassen. Zu den wichtigsten Argumenten der Debatte gehören das Wunderargument, die Unterdeterminiertheit von Theorien durch die Erfahrung, die pessimistische Meta-Induktion und die Theorienabhängigkeit der Beobachtung. Im Seminar wollen wir die Positionen der Realismusdebatte kennenlernen und die wichtigsten Argumente und Gegenargumente besprechen. Zur vorbereitenden Lektüre empfiehlt sich Kapitel 4 von Okasha Philosophy of Science: a very short introduction, Oxford University Press 2002. Philosophie (Master, PO 2013) Universität Düsseldorf WiSe 2016/17 Dr. Fahrbach Ludwig