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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar zoom

Die Definition der Materialität raumbildender Flächen gewinnt im aktuellen Architekturdiskurs wieder zunehmend an Bedeutung. Dabei spielen einerseits technologische Innovationen und Experimente mit außergewöhnlichen Materialien im Sinne von Materialforschung eine große Rolle; andererseits birgt auch das Feld der herkömmlichen industriellen Baustoffproduktion...

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Die Definition der Materialität raumbildender Flächen gewinnt im aktuellen Architekturdiskurs wieder zunehmend an Bedeutung. Dabei spielen einerseits technologische Innovationen und Experimente mit außergewöhnlichen Materialien im Sinne von Materialforschung eine große Rolle; andererseits birgt auch das Feld der herkömmlichen industriellen Baustoffproduktion einen breiten Fundus für die Materialrecherche. Die Auflösung der klassischen Einheit der Tektonik in Tragstruktur und Verkleidung sowie vielfältige technische und bauphysikalische Anforderungen an den Aufbau von Wand, Boden und Decke erfordern die beständige Auseinandersetzung mit der Frage nach der Ausbildung der Oberflächen dieser Bauteile. Werden dabei Materialien nicht als reines Finish betrachtet, sondern als kritischer Ausgangspunkt und integraler Bestandteil der Raumwirkung, der Atmosphäre und des Charakters eines Gebäudes, entwickeln diese Materialien ein ästhetisches und programmatisches Potential, das in dem Seminar anhand von Beispielen der modernen und zeitgenössischen Architektur untersucht werden soll. Dabei wird auf die Eigenschaften bestimmter Materialien einzugehen sein, auf deren Produktions- und Bearbeitungsprozess, sowie die gestalterischen Parameter für die jeweilige Auswahl eines spezifischen Materials. Besonders sollen aber Bedeutungen und Bedeutungsverschiebungen betrachtet werden, die durch Strategien wie die Veränderung des Kontextes, der Verarbeitungstechnik oder die Rekombination von Materialien erzeugt werden können. Die Neubestimmung der Wahrnehmung von Wert und Leistung von Materialien wurde mit Einführung industrieller Baustoffe wie beton brút und Stahlwalzprofilen in Kultur- und Wohnbauten in der Moderne thematisiert. Auch heute bietet der Umgang mit Standardprodukten Gelegenheit, Materialien in ihrem kulturgeschichtlichen Kontext neu zu lokalisieren, etwa durch Manipulation ihrer Standardanwendungen und Entdeckung neuer Einsatzmöglichkeiten. Im Rahmen des Seminars sind zwei Tagesexkursionen geplant. Scheinerwerb, Studienarbeit nach Absprache. FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung Uni Kassel WS 2006/2007 Architektur Architektur Vertr.-Prof. Dipl.-Ing. Kaindl Stephanie Vertr