Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Multivariate Analysen mit den Daten des Nationalen Bildungspanels
Die Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) stellen eine bisher einmalige Datengrundlage für die empirische Bildungsforschung und insbesondere für die Bildungssoziologie dar. Auf deren Basis sind detaillierte Analysen über die Bestimmungsfaktoren des Bildungs- und Kompetenzerwerbs sowie den Ursachen von Bildungsungleichheit über...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) stellen eine bisher einmalige Datengrundlage für die empirische Bildungsforschung und insbesondere für die Bildungssoziologie dar. Auf deren Basis sind detaillierte Analysen über die Bestimmungsfaktoren des Bildungs- und Kompetenzerwerbs sowie den Ursachen von Bildungsungleichheit über den gesamten Lebenslauf möglich, da alle bildungsbiographischen Etappen von der frühkindlichen Kompetenzentwicklung bis zur Erwachsenenbildung einbezogen werden können. Zudem zeichnen sich die Daten vor allem dadurch aus, dass objektive Kompetenzmessungen in Form standardisierter Tests in jeder Bildungsetappe verfügbar sind. In allen Bildungsetappen können ebenfalls unterschiedliche Konsequenzen von Bildung (wie z.B. Einkommen, Gesundheit und Lebenszufriedenheit) aus einer Lebensverlaufsperspektive analysiert werden. Aufgrund des Paneldesigns (wiederholte, prospektive Messungen der gleichen Personen) sind schließlich deutlich verlässlichere Aussagen über kausale Beziehungen im Vergleich zu Querschnittsdaten möglich.
Im Rahmen dieses Forschungsseminars werden zunächst die grundlegenden Strukturen des NEPS sowie ausgewählte Forschungsschwerpunkte der Professur für Methoden empirischer Sozialforschung vorgestellt. In diesem Zuge wird auch die komplexe Datenstruktur des NEPS an Beispiel-Forschungsfragen erläutert. Anschließend werden theoretische Konzepte wie die soziologische Rational-Choice-Theorie, die Sozialkapitaltheorie und der Ansatz des kulturellen Kapitals sowie die zentralen Annahmen des Kausalitätskonzeptes in den Sozialwissenschaften thematisiert. In einem nächsten Schritt werden auf diesen Grundlagen aufbauend eigene Forschungsfragen und -hypothesen aus dem Bereich der Bildungssoziologie, speziell der Hochschul- und Erwachsenenbildung entwickelt. Beispiel einer solchen Fragestellung könnte sein, inwieweit sich der Abbruch eines Hochschulstudiums als Resultat einer rational-kalkulierenden Entscheidung oder als Ergebnis mangelnder sozialer und akademischer Integration erklären lässt. Ebenfalls ist beispielsweise die Frage nach den Determinanten der Teilnahme an (beruflichen) Weiterbildungen bisher empirisch nicht beantwortet. Abschließend werden adäquate Operationalisierungen der jeweiligen theoretischen Konstrukte sowie Auswertungsstrategien zur Überprüfung der Hypothesen im Plenum diskutiert. Die eigenständige empirische Beantwortung der selbst formulierten Forschungsfrage in der vorlesungsfreien Zeit rundet das Seminar ab.
Dieses Forschungsseminar verfolgt folgende Zielsetzungen: Erstens vermittelt es einen fundierten Einblick in theoretische Ansätze der empirischen Bildungsforschung sowie die umfänglichen Analysepotenziale des NEPS. Zweitens sollen die Veranstaltungsteilnehmer zur Konzeption eines eigenen Forschungsvorhabens in die Lage versetzt werden. Und, drittens kann das im Rahmen der Lehrveranstaltung entwickelte Projekt anschließend zu einer Masterarbeit ausgeweitet werden.
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Empfohlene Voraussetzungen für die Veranstaltungsteilnahme:
• Modul 1-3 sollten erfolgreich abgeschlossen sein. Modul 4 sollte begonnen sein
• Interesse an empirischer Sozialforschung und der Interpretation von quantitativen
Analyseergebnissen
Interesse an der Durchführung eigener empirischer Studien
Erfahrungen mit der Statistiksoftware Stata (und/oder SPSS)
Fähigkeit zum Lesen englischer Texte
- Eine verbindliche Anmeldung zur Lehrveranstaltung wird spätestens in der zweiten Veranstaltungssitzung erwartet -
Uni Kassel
WiSe 2016/17
Soziologie
Prof. Dr.
Stocké Volker