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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Zweifel und Religionsunterricht

Wenn man davon ausgeht, dass jede Stufe in der Entwicklung religiösen Denkens aus einer Krise des bestehenden Denkens erwächst, so ist der krisenhafte Zweifel an der eigenen bisherigen Glaubensvorstellung die Möglichkeitsbedingung für religiöses Lernen. Daher besteht eine der Kernaufgaben von...

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Wenn man davon ausgeht, dass jede Stufe in der Entwicklung religiösen Denkens aus einer Krise des bestehenden Denkens erwächst, so ist der krisenhafte Zweifel an der eigenen bisherigen Glaubensvorstellung die Möglichkeitsbedingung für religiöses Lernen. Daher besteht eine der Kernaufgaben von Religionslehrern und Religionslehrerinnen darin, jene Glaubenszweifel zu unterstützen, die in den Schülern selbst wach werden (Potzelt). Das aber kann nur gelingen ,wenn auch die ReligionslehrerInnen ihre eigenen Zweifel wahrnehmen, sie nicht als hinderlich übergehen oder sie unterdrücken, sondern als Movens der Entwicklung ihrer religiösen Identität nutzen um so bewusst Position beziehen und, wenn nötig, als befragbare Person für Schüler zur Verfügung stehen zu können So manche Studierenden kennen das Gefühl aus Seminaren: -Bin ich (hier) zu fromm oder zu wenig fromm?- Je nach Einschätzung werden dann eventuell wichtige Fragen nicht mehr gestellt oder eigene Überlegungen und Positionen nicht formuliert. In diesem Seminar soll: • Ursache und Inhalt von Zweifel generell, insbesondere aber in Mitteleuropa des 21. Jahrhunderts thematisiert werden. • die Rolle des Zweifels sowohl für die eigene Person wie auch als eine offene oder unterschwellige Disposition von Schülern angeschaut werden • der Begriff der -Erfahrung- als Grundlage dessen, was Menschen glauben oder woran sie zweifeln, diskutiert werden • über Strategien eines produktiven Umgangs mit diesem Gefühl im Religionsunterricht anhand von Unterrichtseinheiten nachgedacht werden. Die Fragestellungen betreffen alle Schulstufen. Arbeitsmethoden: Vortrag, Textlektüre, Diskussion, Kleingruppenarbeit, eigenständiges Forschen Bereitschaft zur Selbstreflexion und Einbringen der eigenen Position(en) werden erwartet. FB 02 Institut für Evangelische Theologie Uni Kassel SoSe 2013 Ev.Religion Ev.Religion Heine Frank