Uni-Siegen
14. März 2017Sketch casting 8211 sometimes it 8217 s better to give it to the shredder 8230
Die sich aus vier Komponenten zusammensetzende Übung ist ein progressives, sich über das gesamte Semester erstreckende Projekt, das praktisches Arbeiten und kritischen Diskurs miteinander zu verknüpfen versucht. Sketch casting ist eine Mischung aus Produktionsplattform, Casting Show, Diskussionsveranstaltung und Ausstellungsprojekt. Im...
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Jetzt Lernplan erstellenDie sich aus vier Komponenten zusammensetzende Übung ist ein progressives, sich über das gesamte Semester erstreckende Projekt, das praktisches Arbeiten und kritischen Diskurs miteinander zu verknüpfen versucht. Sketch casting ist eine Mischung aus Produktionsplattform, Casting Show, Diskussionsveranstaltung und Ausstellungsprojekt.
Im Fokus der mit drei Semesterwochenstunden veranschlagten Übung steht der subjektive Prozess des Zeichnens als freie und authentische Manifestation der Darstellung.
Die daraus hervorgehenden, vor Ort erstellten Zeichnungen werden direkt nach ihrer Fertigstellung im Plenum zur Disposition gestellt, gemeinsam verhandelt und kontextualisiert.
In diesen Gesprächen geht es um die kritische Analyse archetypischer Parameter, die dem spontanen Medium zugrunde liegen, um das Verhältnis von Inhalt und Strategie und die vielfältigen Optionen der Umsetzung.
Vor dem Hintergrund dieser Auseinandersetzung soll gemeinsam von allen TeilnehmerInnen aus dem Pool der jeweils aktuell entstandenen Zeichnungen ein Ranking erstellt werden, in dessen Folge sich die ersten drei Arbeiten für die nächste Runde, sprich: Veranstaltung qualifizieren.
Während die erst- und zweitplatzierte Zeichnung direkt dem Konvolut der zum Semesterende geplanten Ausstellung angehören, rutscht der dritte Platz nochmals in die Relegation der nächsten Woche, um sich erneut zu behaupten.
Auf alle anderen, nicht berücksichtigten Skizzen und Zeichnungen wartet am Ende der wöchentlichen Übung der Schredder.
Dieses auf den ersten Blick markant anmutende Procedere soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich hinter der spielerischen Konzeption der Veranstaltung eine für das künstlerische Schaffen relevante Problematik verbirgt. Es geht um die kontraproduktiven Auswirkungen des Phänomens Horror Vacui, um die Hemmungen und gedanklichen Barrieren, die sich nicht selten zwischen Zeichnung und ZeichnerIn platzieren und eine direkte Transformation des Gedanklichen verhindern oder sie zumindest in stereotypische, vorhersehbare Bahnen leiten.
Sketch casting versteht sich als kontinuierliche Trainingsmaßnahme, diese Blockaden abzubauen, die einzelne Zeichnung nicht zu wichtig zu nehmen, zu lernen, das künstlerisches Arbeiten auch immer damit einhergeht, Risiken auf sich zunehmen und stets ein mögliches Scheitern mit einzubeziehen.
Die gemeinsam kuratierte und öffentlich angelegte Ausstellung der Zeichnungen soll unser Projekt zum Ende des Wintersemesters 2015/2016 - möglicherweise im Rahmen des Rundgangs 2016 - eindrucksvoll dokumentieren und abrunden.
Kunstpraxis
Universität Siegen
WiSe 2015/16
Univ.-Prof.
Wissel Stefan