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Uni-Hannover
14. März 2017

Soziale Ungleichheit in städtischen und ländlichen Räumen in Lateinamerika im 20 und 21 Jahrhundert

Seit den späten 1930er Jahren begannen verschiedene lateinamerikanische Regierungen sozialpolitische Programme für die städtischen Arbeiterschaften aufzulegen. Diese Entwicklung stand im Kontext zu der mit Urbanisierung und Industrialisierungsprozessen einhergehenden massiven Landflucht. Einerseits waren etwa die Einführung von neuen Arbeitsgesetzgebungen, der soziale...

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Seit den späten 1930er Jahren begannen verschiedene lateinamerikanische Regierungen sozialpolitische Programme für die städtischen Arbeiterschaften aufzulegen. Diese Entwicklung stand im Kontext zu der mit Urbanisierung und Industrialisierungsprozessen einhergehenden massiven Landflucht. Einerseits waren etwa die Einführung von neuen Arbeitsgesetzgebungen, der soziale Wohnungsbau und Bildungsreformen sowohl für autoritäre Regime als auch für demokratische Regierungen von politischer und ideologischer Bedeutung. Andererseits hatten sie für bestimmte gesellschaftliche Gruppen eine spürbare Verbesserung der alltäglichen Lebensbedingungen zur Folge. Gleichzeitig aber blieben große Teile der ständig wachsenden städtischen Bevölkerung vom Zugang zu sozialen Dienstleistungen und urbanen Infrastrukturen ausgeschlossen. Das Seminar widmet sich der Frage nach den Ursachen für die Land-Stadt-Wanderung und den rapiden Urbanisierungsprozess in Lateinamerika. Wir untersuchen die tiefgreifenden Transformationen gesellschaftlicher Strukturen auf dem Land und in der Stadt, die im Kontext der Verstädterung stattfanden. Im Mittelpunkt soll dabei vor allem auch die Frage nach den komplexen Zusammenhängen zwischen Urbanisierung, den Transformationsprozessen auf dem Land und sozialer Ungleichheit stehen, die sich in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens in Lateinamerika bemerkbar machen. Wir setzen den Schwerpunkt auf drei Länderfallbeispiele. Eine Exkursion nach Lateinamerika wird im zweiten Teil des Seminars (WS 2016/2017) gemeinsam mit den TeilnehmerInnen geplant. Die Zielorte und Projekte werden aus der Interessenlage der zu gründenden studentischen Projekt- und Arbeitsgruppen entwickelt. In Ecuador und Kolumbien sind bereits Projekte und Kooperationspartner vorhanden. Potthast, Barbara: Urbanisierung und sozialer Wandel, in: Martina Kaller-Dietrich / Barbara Potthast / Hans Werner Tobler (Hg.): Lateinamerika. Geschichte und Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert, Wien: Promedia 2004, S. 99-114. Gilbert, Alan: The Latin American City. London 1994. Peters, Mario, Dr. des. Kenntnisse des Spanischen oder Portugiesischen sind nicht notwendig. Die Bereitschaft zur Lektüre englischer Texte wird vorausgesetzt. Die Teilnahme im Sommersemester 2016 verpflichtet NICHT zur Teilnahme am zweiten Teil des Seminars im WS 2016/2017 und der Exkursion. Universität Hannover SoSe 2016 Geschichte, Master LA Gymnasium Dr. Célleri Endara Daniela Alexandra