Uni-Siegen
14. März 2017Übergangsriten im Lebenszyklus Arnold van Genneps Les rites de passage
Im Jahr 1909 veröffentlichte der französische Ethnologe Arnold van Gennep das Buch -Les rites de passage- (-Übergangsriten-). Bis heute zählt dieses Buch nicht nur zu den ‚Klassikern‘ der Religionsethnologie und Religionswissenschaft, sondern ist auch eins der wenigen (am Schreibtisch verfassten)...
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Jetzt Lernplan erstellenIm Jahr 1909 veröffentlichte der französische Ethnologe Arnold van Gennep das Buch -Les rites de passage- (-Übergangsriten-). Bis heute zählt dieses Buch nicht nur zu den ‚Klassikern‘ der Religionsethnologie und Religionswissenschaft, sondern ist auch eins der wenigen (am Schreibtisch verfassten) theoretischen Konstrukte, das sich in der Empirie in zahllosen Fällen bestätigt hat. Somit stellen die -Übergangsriten- ein einzigartiges Beispiel für die Vereinbarkeit von empirischer und theoretischer Religionswissenschaft mit einem holistischen Ansatz dar.
Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen haben sich – seit sich der Mensch durch Kultur organisiert – Gedanken über die -Übergänge- gemacht, die ein Mensch im Rahmen seiner biologischen, kulturellen und religiösen Entwicklung durchläuft und als identitätsrelevant empfindet. Die Begleitung dieser Übergänge in Form von festgefügten Ablaufstrukturen (Riten), rückgebunden an einen numinosen Kontext (Mythos), ist für die Gemeinschaften und Individuen seit jeher wichtig. Übergangsriten zeugen von einem kulturspezifischen Symbolsystem, das die kollektiven Werte und Normen einer Gesellschaft verdichtend einschließt und spiegelt.
Das Seminar wird im ersten Teil als Lektüreseminar gestaltet, in dem wir uns gemeinsam, als Basis für den zweiten Teil des Seminars, dem Klassiker -Les rites de passage- von Arnold van Gennep in der deutschen Übersetzung widmen. Auch die Rezeption der -Übergangsriten- des schottischen Ethnologen Victor Turner in seinem Werk -Das Ritual – Struktur und Anti-Struktur- wird thematisiert.
In einem zweiten Teil des Seminars wenden wir das Prinzip van Genneps und Turners auf verschiedene europäische und außereuropäische religiös-kulturelle Übergangsriten im Lebenszyklus an (Geburt, Initiation, Tod, Weihe etc.). Dabei wird sich zeigen, dass nicht nur die sogenannten indigenen Gesellschaften, sondern auch westliche Gesellschaften – wie zum Beispiel Deutschland – ein reiches Repertoire an Übergangsriten besitzen.
Kaufempfehlung für die TeilnehmerInnen!
Gennep, Arnold van: Übergangsriten (Les rites de passage), Campus Verlag, Frankfurt [1909] (1999 Studienausgabe). [wird ggf. auch als Scan bereitgestellt]
Evangelische Theologie - Kirchen- u. Theologiegeschichte
Universität Siegen
WiSe 2013/14
Plaga Verse Matthias