Uni-München
14. März 2017Übung Boy King Bloody Mary und Virgin Queen Selbstinzenierung und Fremdwahrnehmung der jüngeren Tudors
Bereits wenige Jahre nach dem Regierungsantritt von Elisabeth I. ließ sich in weiten Teilen der englischen Bevölkerung das Bedürfnis beobachten, ein persönliches ‚Souvenirstück‘ der Königin, wie beispielsweise ein kleines Portrait, zu besitzen. Das wiederum führte zu Überlegungen von Seiten des...
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Jetzt Lernplan erstellenBereits wenige Jahre nach dem Regierungsantritt von Elisabeth I. ließ sich in weiten Teilen der englischen Bevölkerung das Bedürfnis beobachten, ein persönliches ‚Souvenirstück‘ der Königin, wie beispielsweise ein kleines Portrait, zu besitzen. Das wiederum führte zu Überlegungen von Seiten des Hofes, zur Befriedigung dieses Wunsches, ein lizensiertes Bildnis herauszugeben. Freilich bot ein solches ‚offizielles Bild‘ auch gleichzeitig die Möglichkeit, die öffentliche Wahrnehmung der Königin in gewünschter Weise zu beeinflussen. In der Folge entstand eine regelrechte Merchandise-Industrie, die erfolgreich Portraitminiaturen, Medaillen, aber auch Gebrauchsartikel wie Spielkarten mit dem Konterfei der Königin auf den Markt brachte.
Anhand verschiedener schriftlicher, visueller und gegenständlicher Quellen sowie öffentlich zelebrierter Ereignisse soll in der Veranstaltung die königliche Selbstinszenierung sowie deren Wahrnehmung untersucht werden. Einbezogen werden neben Elisabeth I. (1558-1603) auch deren Halbgeschwister und Vorgänger, Edward VI. (1547-1553) und Mary I. (1553-1558).
Dabei sollen folgende Fragen behandelt werden: Welches Image sollte jeweils transportiert werden? Änderte sich das königliche Bild im Laufe der (Regierungs-)Zeit? Spielte es eine besondere Rolle, dass im Fall der Kinder Heinrichs VIII. die Herrschaft durch einen Minderjährigen und zwei Frauen ausgeübt wurde? Welche Inszenierungsstrategien bzw. Mittel der Selbstinszenierung standen zur Verfügung und wurden angewandt? Und schließlich, wie erfolgreich waren diese Bemühungen bzw. wie wurden die Monarchen wahrgenommen?
Prüfungsformen im BA und mod. LA: RE
Raingard Eßer: Die Tudors und die Stuarts, 1485-1714, Stuttgart 2004.
Kevin Sharpe: Reading Authority and Representing Rule in Early Modern England, London u.a. 2013, S. 105-120.
Anmeldung
bitte per E-Mail an: katharina.beiergroesslein@web.de
Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften
LMU München
SoSe 2016
Dr. phil.
Beiergrößlein Katharina phil