Uni-Essen
14. März 2017Übung Cicero Leben und Werk
Ciceros Leben (106-43) spiegelt Krise und Untergang der späten römischen Republik. Als junger Mann erlebt er die Bürgerkriegswirren der sullanischen Zeit; nicht der Kriegsdienst (90/89), sondern Auftritte vor Gericht und der Erwerb philosophischer Kompetenz sind die Pfade, die ihn zum...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenCiceros Leben (106-43) spiegelt Krise und Untergang der späten römischen Republik. Als junger Mann erlebt er die Bürgerkriegswirren der sullanischen Zeit; nicht der Kriegsdienst (90/89), sondern Auftritte vor Gericht und der Erwerb philosophischer Kompetenz sind die Pfade, die ihn zum Rang eines princeps civitatis führen. Das Konsulat (63) ist der Höhepunkt in der Laufbahn des homo novus; er deckt die Verschwörung des Catilina auf und beendet die Bedrohung der Republik durch Todesurteile auf unsicherer juristischer Grundlage. Gezwungen, Rom nach Caesars Konsulat zu verlassen, kehrt er mit Hilfe von Pompeius 57 zurück und verlegt sich in dem Jahrzehnt, in dem die Großen Einzelnen um die Macht kämpfen, auf seine Prozesstätigkeit und führt seine schriftstellerische Tätigkeit fort. Darin fragt er nicht nach den Dingen am Himmel, er wendet sich dem zu, was vor den Augen zu liegen scheint, und definiert das Gemeinwesen als Sache des Volkes (De re publica 1, 19; 1,25). Seine Briefe aus dieser Zeit lassen erkennen, daß es für ihn und für alle anderen mit dignitas und libertas endgültig vorbei ist, und folgert daraus, -einzig Ruhe sollten wir uns wünschen- (Fam. 1,8,3-4). Daher richtet er sich, -wie beim Segeln ... nach Wind und Wetter- (Fam. 1,9,21). Im Bürgerkrieg zwischen Caesar und Pompeius kann er sich nicht zu politischem Engagement durchringen; nach den Iden des März kämpft er noch einmal für die alten Ideale der Republik und fällt schließlich der Feindschaft und Verfolgung des M. Antonius zum Opfer.
Ciceros Hinterlassenschaften ermöglichen eine fast lückenlose Biographie eines Angehörigen der römischen Elite, dem selbst Caesar zugestanden haben soll, dieser habe mehr zum Ansehen des römischen Volkes beigetragen als mancher Triumphator und Eroberer.
Geschichte
Universität Duisburg-Essen
SS 2010
alle Studiengänge, alle Studiengänge/Studienfächer
Dissen Margret