Uni-München
14. März 2017Übung Das Authentizitätsproblem II 8211 Gangsta Rap als performatives Paradoxon Übung zu Theorietexten Kauffmann
Das Authentizitätsproblem II – Gangsta-Rap als performatives Paradoxon Wenn die latent karikatureske Kunstfigur
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Wenn die latent karikatureske Kunstfigur 'Kollegah' des Düsseldorfer Akademikers Felix Antoine Blume zur aktuellen Leitfigur 'authentischer' deutscher Gangsta-Rap-Kultur avanciert, so verweist dies auf eine zentrale Widersinnigkeit: Der omnipräsenten szenetypischen Forderung nach maximaler Glaubwürdigkeit – nach 'street credibility' – steht die Notwendigkeit unsubtiler (Selbst-)Inszenierungsstrategien der Performer mitsamt stetig inflationierter Ghostwriter-Praktiken diametral entgegen. Gleichsam evozieren Besagtes offen parodierende Figurendispositionen des deutschsprachigen Hip-Hop, zuvörderst Sebastian Meisingers 'Money Boy', der glaubwürdige äußere Form mit defekten Inhalten verbindet, oder Yannic Munzingers 'DCVDNS', welcher wiederum brillante Rap-Technik an widersinnige inszenatorische Formen koppelt, für 'authentische' Aggression beim einschlägigen Rezipienten... Der Suche nach dem Echten als dem Unmittelbaren und Nicht-Inszenierten, gleichsam dessen scheinbare Unmöglichkeit, bedingt durch die irreversible Mittelbarkeit künstlerischer und sozialer Prozesse, mithin Geesche Wartemanns Diktum von Authentizität als -Paradox vermittelter Unmittelbarkeit- anhand hinreichender Theorietexte nachzugehen und mittels skizzierter Thematik kritisch zu diskutieren, versteht sich als Ziel des Seminars.
Department Kunstwissenschaften
Leistungsnachweis BA Theaterwissenschaft und BA Kunst, Musik Theater:
- Klausur 90 Minuten, über -Übung zu Theorietexten- und Vorlesung -Ausgewählte Konzepte der Theaterästhetik-
- Übungsaufgaben ca. 5.000 Zeichen oder Referat ca. 15 Minuten
6 ECTS für Modul -Theorie und Ästhetik des Theaters-, nur in Verbindung mit -Ausgewählte Konzepte der Theaterästhetik-, für Klausur und Übungsaufgaben oder Referat.
Leistungsnachweis Magister Theaterwissenschaft: Referat und Hausarbeit, für Proseminar II-Schein
LMU München
WiSe 1415
W3 Professur für Theaterwissenschaft Christopher Balme