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Uni-München
14. März 2017

Übung Das Shtetl der reale und erinnerte Ort

Das Shtetl ist ein zentraler Begriff in der Geschichte und Kultur des osteuropäischen Judentums, der sich jedoch aufgrund der Vielfalt seiner Ausprägungen kaum definieren lässt. Die ersten Shtetlekh entwickelten sich vor allem im 17. Jh. aus privaten Städten, die in...

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Das Shtetl ist ein zentraler Begriff in der Geschichte und Kultur des osteuropäischen Judentums, der sich jedoch aufgrund der Vielfalt seiner Ausprägungen kaum definieren lässt. Die ersten Shtetlekh entwickelten sich vor allem im 17. Jh. aus privaten Städten, die in dem polnisch-litauischen Königreich dem polnischen Adel gehörten. Mit der Zeit übertrug sich dieses Modell auch auf Orte in der Ukraine, in Ungarn, Bessarabien und Bukowina. Kennzeichnend für diese Orte waren ein hoher Anteil an jüdischer Bevölkerung mit einer von den Bedürfnissen der religiösen Gemeinschaft geprägten Infrastruktur sowie eine Art jüdische Selbstverwaltung. Die wichtigste Sprache des Shtetls war das Jiddische. Mit dem Aufkommen der modernen jiddischen Kultur wurde es zu einem häufigen Motiv der Literatur. Bereits an der Jahrhundertwende erkannten jedoch jüdische Intellektuelle, dass sich diese traditionelle Lebensform durch die Entwicklungen der modernen Welt zu verändern und aufzulösen beginnt. In ethnographischen Expeditionen begannen sie Artefakte des Shtetls zu sammeln. Nach dem Holocaust avancierte der Begriff zum Träger der nostalgischen Erinnerung an eine verlorene Welt. Allen diesen Aspekten des Begriffs gehen wir in der Lehrveranstaltung nach. Jiddisch-Kenntnisse sind erwünscht, aber keine Voraussetzung. Ein Teil der Sitzungen wird geblockt stattfinden (Termine der Sitzungen, die mittwochs ausfallen, finden Sie im Kalender im LSF) Samstag, 30.05., 10.00-16.00 Uhr Workshop mit Prof. Dr. Sabine Koller (Regensburg) zum Thema künstlerischer Darstellung des Shtetls in Graphik, Malerei und Fotographie (mit Regensburger Studierenden) Mittwoch, 10.06., 19.00 Uhr Scholem-Alejchem-Vortrag (in Jiddisch) von Prof. Dr. Jeffrey Shandler (Rutgers University) zum Thema -Visualisierung des Shtetls- Freitag, 12.06. 10.00-16.00 Uhr Workshop mit Prof. Jeffrey Shandler (Rutgers University) zum Thema -Die verschwundene Welt des Shtetls und die Erinnerung daran- (mit Regensburger Studierenden) Prüfungsform: Referat Prüfungsformen im BA und mod. LA: KL Literatur: Shandler, Jeffrey (2014): Shtetl. A vernacular intellectual history. New Brunswick: Rutgers Univ. Press (Key words in Jewish studies, 5). Zborowski, Mark; Herzog, Elizabeth (1962): Life is with people. The culture of the Shtetl. 1. Taschenbuchausg. New York: Schocken books. (liegt auf Deutsch als -Das Schtetl- vor) Neugroschel, Joachim (Hg.) (1989): The Shtetl. A creative anthology of Jewish life in Eastern Europe. Aus d. Jidd. übers. 1. publ. Woodstock, NY: Overlook Press. Downloads DateinameBeschreibunggültig vongültig bis PERETS_Kuntsn-makher_Jidd.docx Kunstn-makher-Jidd. PETROVSKY-SHTERN_Golden Age Shtetl_bis 27.pdf Petrovsky-Shtern-Golden Age Shtetl 1 SHANDLER_Shtetl_1-90(1).pdf Shandler-Shtetl PERETS_Kuntsn-makher_Deutsch.pdf Kunstn-makher My town_Kotik.pdf My Town - Kotik BERG_Luftmenschen EJGK Bd. 3 (2012).pdf Berg Luftmensch shandler_Shtetl Subjunctive.pdf shandler_Shtetl Subjunctive MIRON_Literary Image.pdf MIRON_Literary Image HOWE_World of our Fathers.pdf Howe America Zum Download müssen Sie angemeldet sein! Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften LMU München SoSe 2015 Wiecki Evita