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Uni-Dortmund
14. März 2017

Übung Diskursanalyse in der Raumplanung

Die zahlreichen Methoden, die sich hinter dem Begriff -Diskursanalyse- verbergen, können der Raumplanung in vielfältiger Weise nützen. Raumplanerinnen und Raumplaner interessieren sich für die unterschiedlichsten räumlichen Konflikte. Sie untersuchen das Handeln zahlreicher Akteure von der globalen bis zur lokalen Ebene....

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Die zahlreichen Methoden, die sich hinter dem Begriff -Diskursanalyse- verbergen, können der Raumplanung in vielfältiger Weise nützen. Raumplanerinnen und Raumplaner interessieren sich für die unterschiedlichsten räumlichen Konflikte. Sie untersuchen das Handeln zahlreicher Akteure von der globalen bis zur lokalen Ebene. Der Wutbürger aus Dorf X ist ebenso von Interesse wie die Ministerin aus Bundesland Y oder eine internationale Menschenrechtsorganisation. Wie machen Wutbürger auf sich aufmerksam? Wie argumentiert eine Bundekanzlerin, wenn sie beispielsweise einen Paradigmenwechsel ihrer Energie-, Sozial- oder Finanzpolitik erklärt? Welchen raumwissenschaftlichen Themen schenken Printmedien mehr, welchen Themen weniger Beachtung? Wie tragen Medien zu einem bestimmten Image einer Stadt oder einer Region bei? Dies ist nur ein Bruchteil raumrelevanter Fragen, die mithilfe diskursanalytischer Methoden beantwortet werden können. Diskursanalyse steht der Raumplanung in ihrer Komplexität in nichts nach. Sie stellt keine für sich stehende Methode dar; stattdessen umfasst sie ein breites Spektrum von qualitativen und quantitativen Analysemethoden. Sie schließt die diskurstheoretischen Überlegungen von Michel Foucault, die Diskursethik nach Jürgen Habermas, sowie die mikroskopische Analyse kleinster Gesprächs- und Textausschnitte mit ein. Wer einen Diskurs analysiert, interessiert sich ebenfalls für Konflikte und untersucht zum Beispiel, wie sich Akteure in Konfliktsituationen verhalten oder wie sich die öffentliche Wahrnehmung für ein Thema im Verlauf der Jahrzehnte gewandelt hat. Die Aussagen einer -Betroffenen- in der lokalen Presse können ebenso Gegenstand einer Diskursanalyse sein wie eine Debatte im Bundestag oder eine Medienkampagne. Das Internet mit seinen zahlreichen Bibliotheks- und Medienarchiven stellt einen unendlichen Möglichkeitsraum für Diskursanalytiker dar. Gleichwohl verlangen die Methoden der Diskursanalyse eine systematische Vorgehensweise von der Bildung des Datenkorpus‘ über die Entwicklung von Codes, Hypothesen und Fragestellungen bis hin zur Interpretation und kreativen Darstellung der Analyseergebnisse. Ziel des Seminars ist es, die Möglichkeiten der Diskursanalyse für die Raumplanung zu entdecken und verschiedene Verfahren der Textanalyse auszuprobieren. In der Veranstaltung lernen Studierende zahlreiche Methoden der Diskursanalyse kennen und entwickeln einen eigenen diskursanalytischen Zugang. Jede Teilnehmerin / Jeder Teilnehmer wählt ein eigenes Thema, entwickelt eine originelle Fragestellung und diskutiert die Vorgehensweise im Rahmen des Seminars. Glaser, G. Barney; Strauss, L. Anselm (1967): The Discovery of Grounded Theory. Chicago: Aldine. Keller, Reiner (2011): Diskursforschung. Eine Einführung für SozialwissenschaftlerInnen. 4. Auflage, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften Keller, Reiner; Hirseland, Andreas; Schneider, Werner; Viehhöfer, Willy (Hg.) (2006): Handbuch Sozialwissenschaftliche Diskursanalyse. Band 1: Theorien und Methoden. 2. aktualisierte und erweiterte Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Keller, Reiner; Hirseland, Andreas; Schneider, Werner; Viehhöfer, Willy (Hg.) (2008): Handbuch Sozialwissenschaftliche Diskursforschung. Band 2: Forschungspraxis. 3. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Lehrstuhl Bodenpolitik, Bodenmanagement und kommunales Vermessungswesen Die Prüfungsleistungen umfassen neben der aktiven Mitarbeit eine Hausarbeit sowie die Kurzdarstellung des gewählten Themas im Rahmen des Seminars. Technische Universität Dortmund SoSe 2013 Bachelor Raumplanung (2012) Dipl.-Ing. Kolocek Michael