Uni-München
14. März 2017Übung Europäische Esskulturen nach dem Zweiten Weltkrieg
Obwohl physiologische Gründe die Zubereitung und den Verzehr von Lebensmitteln mitbestimmen, sind es vor allem kulturelle Phänomene, die hinter Entwicklungen der menschlichen Essgewohnheiten stehen. Neben anthropologischen und soziologischen Zugängen sollen in der Übung historische Konzepte diskutiert werden, die das kulturelle...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenObwohl physiologische Gründe die Zubereitung und den Verzehr von Lebensmitteln mitbestimmen, sind es vor allem kulturelle Phänomene, die hinter Entwicklungen der menschlichen Essgewohnheiten stehen. Neben anthropologischen und soziologischen Zugängen sollen in der Übung historische Konzepte diskutiert werden, die das kulturelle Phänomen der Ernährung für historische Fragestellungen nutzbar machen. Mit den basalen Fragen – was, wie und wo gegessen wurde – können unterschiedliche historische Themenkomplexe der sozialen Mobilität, der Migration, des Konsums, der Technik und der Geschlechterverhältnisse untersucht werden. Gerade im Hinblick auf das geteilte Europa des -Kalten Krieges- ermöglicht der Zugang über Esskulturen es, tradierte Ost-West-Schemata der politischen Geschichtsnarrationen zu hinterfragen und mit einem Mehrwert zu erweitern. Warum begeisterten sich die Westdeutschen seit den 1960er Jahren für die Pizza? Welche politischen und wirtschaftlichen Ziele verbargen sich hinter der Gemeinschaftsverpflegung? Warum wurde die Nachfrage nach Schweinefleisch in der Volksrepublik Polen zu einem unlösbaren Problem für die regierende Staatspartei?
Nach einer Diskussion konzeptioneller Fragen sollen solche und andere Fragen anhand von Fallbeispielen aus den europäischen Ländern beiderseits des sog. -Eisernen Vorhangs- thematisiert werden. Als Quellen dienen u.a. Selbstzeugnisse der Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, Medien wie Frauenzeitschriften und Kochbücher, statistisches Material sowie Tagebücher.
Übungen des BA-Typs -Theorie und Methode- entsprechen den Anforderungen der LPO I § 71 (1) Nr. 2 c bzw. der neuen LPO I § 67 Nr. 2 d.
Prüfungsform im BA und mod. Lehramt: RE.
Prüfungsform im Master: RE.
Prüfungsform im Master-Nebenfach (His im GSP): RE.
Barlösius, Eva: Soziologie des Essens. Eine sozial- und kulturwissenschaftliche Einführung in die Ernährungsforschung. 2. völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Weinheim, München 2011.
Möhring, Maren: Fremdes Essen. Die Geschichte der ausländischen Gastronomie in der Bundesrepublik Deutschland, München 2012.
Reinhardt, Dirk; Spiekermann, Uwe; Thoms, Ulrike (Hg.): Neue Wege zur Ernährungsgeschichte. Kochbücher, Haushaltrechnungen, Konsumvereinsberichte und Autobiographien in der Diskussion, Frankfurt am Main u.a. 1993.
Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften
LMU München
SoSe 2016
Sawicki Jakub