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Uni-München
14. März 2017

Übung Frühchristliche Baptisterien im lateinischen Westen

Der Taufort ist im Christentum von zentraler Bedeutung. Schon in frühchristlicher Zeit erfolgte erst mit dem Empfang des Sakraments die endgültige und vollständige Aufnahme in die Kirchengemeinde. Der Akt der Taufe, in der Spätantike erst im Erwachsenenalter vollzogen, war ebenso...

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Der Taufort ist im Christentum von zentraler Bedeutung. Schon in frühchristlicher Zeit erfolgte erst mit dem Empfang des Sakraments die endgültige und vollständige Aufnahme in die Kirchengemeinde. Der Akt der Taufe, in der Spätantike erst im Erwachsenenalter vollzogen, war ebenso ein soziales wie ein religiöses Event. Das Baptisterium als Ort der Taufe diente zunächst dem praktischen Vollzug des mit dem Wasser verbundenen Sakraments, konnte aber gleichzeitig auch in seiner Gestaltung elementare Prinzipien der christlichen Religion symbolisieren. Wir wollen uns im Seminar sowohl mit Form als auch mit Funktion des Baptisteriums im frühen Christentum beschäftigen. Wir betrachten die architektonische Entwicklung der Baptisteriumsbauten und der Taufbecken selbst sowie ihren Dekor und die bildliche Ausstattung der Anlagen. Wir rekonstruieren, wie die Baptisterien genutzt wurden, welche Raumkonzepte ihnen zugrunde lagen und wie sie in Kirchenbauten integriert oder mit diesen verbunden waren. Der geographische Schwerpunkt liegt dabei auf dem westlichen Mittelmeerraum, zeitlich konzentrieren wir uns vor allem auf das 4. bis 6. Jh. Wir besprechen Beispiele aus Italien, Nordafrika, Spanien und Gallien im Detail, wollen aber auch einen Vergleich ziehen zur Entwicklung im östlichen Mittelmeerraum in der gleichen Zeit. In Referaten sollen einzelne Bauten vorgestellt und anschließend vergleichend diskutiert werden. Zum Referat gehört ein ausführliches Handout, auf Wunsch ist es auch möglich, eine Hausarbeit zu verfassen. Das Seminar findet an drei Blockterminen jeweils samstags vormittags statt. In der ersten Sitzung am 11.10. wird es eine Einführung in das Thema und die zentralen Fragestellungen geben und die Referate werden verteilt. Die nachfolgenden Sitzungen finden am 13.12. und am 24.1. statt. Department für Kulturwissenschaften und Altertumskunde LMU München WiSe 1415 Dr. Bockmann Ralf