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Uni-München
14. März 2017

Übung Historische Skandalforschung

Was ist ein Skandal? Die Frage ist komplexer, als sie auf den ersten Blick scheint. Denn was als -skandalös- wahrgenommen wird, ist in hohem Maße abhängig von den Normen und Werten des Betrachters. Wo der eine -Das ist ein Skandal!!!-...

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Was ist ein Skandal? Die Frage ist komplexer, als sie auf den ersten Blick scheint. Denn was als -skandalös- wahrgenommen wird, ist in hohem Maße abhängig von den Normen und Werten des Betrachters. Wo der eine -Das ist ein Skandal!!!- ruft, sieht der andere nur Normalität oder gar legitimes Handeln. Für die wissenschaftliche Analyse ist ein solcher normativer Skandalbegriff kaum brauchbar. Die neuere soziologische und historische Skandalforschung beschäftigt sich daher auch nicht mehr mit dem individuellen Verhalten, sondern vielmehr mit dem Phänomen der öffentlichen kollektiven Empörung, die auf einen vermeintlichen Norm- oder Regelbruch folgt. Skandale sind notwendigerweise Medienphänomene; man könnte sagen, sie sind das Ergebnis einer erfolgreichen, medial vermittelten Skandalisierung. In dieser Übung wollen wir uns zunächst ein Instrumentarium zur historischen Analyse von Skandalen erarbeiten und dieses dann an verschiedenen Fallbeispielen aus dem 19. und 20. Jahrhundert erproben. Ein breites Spektrum von Skandalen wollen wir dabei in den Blick nehmen: Polit-Skandale ebenso wie Umweltskandale, Justizskandale ebenso wie Wirtschafts- oder Korruptionsskandale, Kultur-Skandale ebenso wie -Gender-Skandale-. Themenvorschläge von studentischer Seite sind dabei sehr willkommen. Prüfungsform im BA, MA, GSP und mod. LA: RE Übungen des BA-Typs -Theorie und Methode- entsprechen den Anforderungen der LPO I § 71 (1) Nr. 2 c bzw. der neuen LPO I § 67 Nr. 2 d Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften LMU München SoSe 2015 Dr. Mollenhauer Daniel