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Uni-München
14. März 2017

Übung Medienrevolution und Öffentlichkeiten in der Vormoderne Räume Akteure Quellen

Unsere Gegenwart wird von Soziologen als eine Informations- bzw. Wissensgesellschaft bezeichnet. Mit dieser Bezeichnung ist nicht nur eine Gesellschaft gemeint, in der Informationen und Kenntnisse eine wichtige Rolle im politischen Leben spielen, sondern darüber hinaus eine -society where the creation,...

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Unsere Gegenwart wird von Soziologen als eine Informations- bzw. Wissensgesellschaft bezeichnet. Mit dieser Bezeichnung ist nicht nur eine Gesellschaft gemeint, in der Informationen und Kenntnisse eine wichtige Rolle im politischen Leben spielen, sondern darüber hinaus eine -society where the creation, distribution, use, integration and manipulation of information is a significant economic, political, and cultural activity.- Diese Definition wurde schon Anfang der siebziger Jahre von Wirtschaftstheoretikern und Soziologen in den USA formuliert. Erst in jüngster Zeit haben auf die Geschichte des Wissens bzw. der Buch- und handschriftlichen Kultur, der Wissenschaft und der politischen Kommunikation spezialisierte Historiker damit begonnen, sich mit diesen soziologischen Modellen in Bezug auf die historische Forschung auseinanderzusetzen. Das Risiko dieses Interesse ist aber, dass das Informationssystem der Frühen Neuzeit in enge Verbindung mit der heutigen Mediengesellschaft gesetzt wird, und dass die Medienlandschaft der Frühen Neuzeit anachronistisch als erster Schritt hin zu einer modernen Öffentlichkeit oder zu globalisierten Informationsnetzwerken analysiert wird. Neue historische Forschungen über die Medienlandschaft der Frühen Neuzeit haben versucht, durch praxeologische und quellenorientierte Methoden die fragmentierte frühneuzeitliche Medienlandschaft im Kontext zu rekonstruieren. Als Folge wurde die Kategorie Information selbst historisiert und problematisiert sowie das Verfahren der Informationsproduktion und Verbreitung neuer Kenntnisse in der Frühen Neuzeit wurde problematisiert. Im Rahmen dieser Übung werden frühneuzeitliche Informationsquellen wie z.B. handgeschriebene und gedruckte Zeitungen, Reisebeschreibungen, Fragebögen, Flugblätter, gelehrte und diplomatische Briefe chronologisch vom 16. bis zum 18. Jahrhundert vorgestellt, und mit den Teilnehmern ihre unterschiedlichen Strukturen, Sprachen und das mögliche Publikum analysiert. Mit Berücksichtigung der Historiographie über die Kommunikationsrevolution und die Entstehung einer frühneuzeitlichen Öffentlichkeit wird gemeinsam die Frage diskutiert, in welchem Zusammenhang die vormoderne und aktuelle -Informationsgesellschaften- stehen, und welche Widersprüche noch sichtbar sind. Prüfungsform im BA und mod. LA: RE Peter Burke, Papier und Marktgeschrei. Die Geburt der Wissensgesellschaft, Berlin, Wagenbach, 2001. Peter Burke, Die Explosion des Wissens von der Encyclopédie bis Wikipedia, Berlin, Wagenbach, 2014 Anmeldung Anmeldung (unter Angabe der Semesterzahl) bitte per e-mail an: paola.molino@lmu.de Die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt, Teilnahme nach Reihenfolge des Anmeldungseingangs. Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften LMU München SoSe 2016 Dr. phil. Molino Paola phil