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Uni-München
14. März 2017

Übung National in der Form sowjetisch im Inhalt 8211 Bolschewistische Nationalitätenpolitik in Zentralasien

Durch Eroberung und Kolonisation stand Zentralasien seit dem 19. Jahrhundert unter russischem Einfluss. Noch vor Ausbruch der Revolution gab es mehrere Aufstände gegen die Zarenherrschaft und 1916 herrschten im Generalgouvernement Turkmenistan bereits bürgerkriegsähnliche Zustände. Die marxistische Theorie des Imperialismus als...

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Durch Eroberung und Kolonisation stand Zentralasien seit dem 19. Jahrhundert unter russischem Einfluss. Noch vor Ausbruch der Revolution gab es mehrere Aufstände gegen die Zarenherrschaft und 1916 herrschten im Generalgouvernement Turkmenistan bereits bürgerkriegsähnliche Zustände. Die marxistische Theorie des Imperialismus als höchster Form des Kapitalismus schürte die nationalen anti-kolonialen Erhebungen und brachte den Revolutionären auch in Zentralasien Zulauf – jedoch gegen den Willen religiöser Khanate, wie z.B. Buchara, die eine nationale statt sozialistische Befreiung anstrebten. Doch auch in Zentralasien konnten die Bolschewiki die Macht an sich reißen und führten vor allem in den 20er Jahren enorme territoriale und gesellschaftliche Veränderungen durch – u.a. eine territoriale Neuordnung nach nationalen Aspekten sowie die -Entschleierung- der Frau. Der Stalinismus zeigte hier besonders große Ausmaße nicht nur in Form von Terror sondern auch in einer Hungerkatastrophe. Dieser Zeit der Gewalt folgten 15 Jahre scheinbar mustergültiges bruderstaatliches Dasein unter Scharad Raschidow – das starke (Wieder-)erwachen des Nationalismus im Zuge des Zusammenbruchs der Sowjetunion können einen jedoch daran zweifeln oder zumindest nach einer Erklärung suchen lassen. In der Übung soll anhand zentraler Quellen verschiedenster Gattungen – von z.B. Schriftquellen Marx’ bis Gorbatschows über Zeitungen, Fotos und Landkarten – die sowjetische Nationalitätenpolitik stichpunktartig analysiert werden. Neben der inhaltlichen Erarbeitung soll ein besonderer Fokus auf den Umgang mit den jeweiligen Gattungen von Quellen gelegt und eine kritische Interpretation eingeübt werden. Der zeitliche Schwerpunkt wird dabei vor allem in der Zeit vor dem 2. Weltkrieg sowie auch der Perestroika liegen. Prüfungsform im BA und mod. LA: RE. Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften LMU München SoSe 2015 Holzberger Helena