Uni-München
14. März 2017Seminar Liebespaare im Orient und Okzident V2
Durch gemeinsame Lektüre und Analyse ausgewählter Liebesromane aus dem Morgen- und dem Abendland konzentrieren wir uns in diesem Seminar auf ihre Parallelen und Unterschiede unter Einbeziehung des kontrovers diskutierten Ursprungs der Stoffe in der einen bzw. ihre Nachahmung in der...
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Jetzt Lernplan erstellenDurch gemeinsame Lektüre und Analyse ausgewählter Liebesromane aus dem Morgen- und dem Abendland konzentrieren wir uns in diesem Seminar auf ihre Parallelen und Unterschiede unter Einbeziehung des kontrovers diskutierten Ursprungs der Stoffe in der einen bzw. ihre Nachahmung in der anderen Kultur. Dabei richten wir das Augenmerk insbesondere auf die Erzähltechnik, die Motive, Metaphern, zeitbedingtes Verständnis von Liebe, Sexualität, Ehe sowie konkurrierende Wertsysteme und Tabus.
Zu den schönsten Liebesromanen der Weltliteratur gehören zweifelsohne die orientalischen. Die Darstellung der -Liebe- bzw. Sexualität erscheint beispielsweise bei Nizami ziemlich provokativ, bedenkt man den im 12. Jahrhundert in Persien herrschenden Zeitgeist. Erwähnenswert sind außerdem die von ihm verwendete Metaphorik und die reizvolle Bildersprache, die zur Beschreibung des Phänomens -Liebe- größte Faszination auslöst und erstaunliche Übereinstimmung mit der Bildlichkeit deutscher Barocklyrik zur Beschreibung der Liebe und der Schönheit aufweist. Es werden gleichzeitig entsprechende berühmte abendländische Liebespaare vergleichend herangezogen und diskutiert, die teilweise oder gänzlich überraschende Parallelen zu den orientalischen aufweisen. Exemplarisch seien u.a. das persische Epos Wis und Ramin und ihre überraschende Parallele die Tristansage erwähnt. Beim Vergleich dieser zwei Romane beispielsweise richten wir einerseits ein besonderes Augenmerk auf den Konflikt von Liebe und Gesellschaft in der jeweiligen Kultur und andererseits auf die Anfechtung der höfischen Auffassung von Liebe und Ehebruch.
Es wird in diesem Zusammenhang untersucht, ob und inwieweit die Herleitung der Tristansage aus dem Persischen Epos zu begründen ist.
Zur Vorauslektüre empfohlen:
Gorgani, F.: Wis und Ramin (Wisramina oder die Geschichte der Liebe von Wis und Ramin), Übertragung aus dem Georgischen, Manesse, Zürich 1957, oder in der Reclam-Ausgabe, Leipzig 1991 Wis und Ramin. Roman einer verbotenen Liebe
Gottfried von Straßburg Tristan und Isolde, Phaidon Verlag 1985
Ritter, H.: Über die Bildersprache Nizamis
Nizamis Liebesromane:
Leila und Madschnun (übersetzt von R. Gelpke) und ihre Parallele Romeo und Julia
Chosrou und Schirin (übersetzt von Chr. Bürgel)
Die sieben Geschichten der sieben Prinzessinnen (übersetzt von R. Gelpke)
Erwartet wird regelmäßige Anwesenheit und aktive Mitarbeit sowie die Bereitschaft, die Mitverantwortung für eine Sitzung zu übernehmen.
ECTS:
BA HF: 6 ECTS (Hausarbeit oder Essays bzw. Referat, benotet)
MA HF: 6 ECTS (Essays oder Referat, unbenotet)
SLK:3 ECTS (keine Hausarbeit, benotet), 6 ECTS (Hausarbeit, benotet)
MA NF: 6 ECTS (Essays oder Referat, unbenotet)
Department I - Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsch als Fremdsprache
Erfolgreich absolvierter Einführungskurs der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft oder Einführungskurs einer anderen Philologie.
Wenn Sie eine Hausarbeit im Nebenfach SLK schreiben möchten, sprechen Sie bitte vorab mit der Studiengangskoordination SLK!
B.A.-Nebenfach SLK:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). ODER
Diese Veranstaltung entspricht in WP 4 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Kultur- und Medienwissenschaften m/n/o/p- (WP 4.0.14/16/18/20).
Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten.
LMU München
SoSe 2015
Dr.
Schamlu Mariam