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Uni-München
14. März 2017

Übung Prekarisierungsgesellschaft Unsichere Lebensverhältnisse ihre Ursprünge und Verarbeitungsformen in der Gegenwartsgesellschaft

Obwohl die gesellschaftliche Verbreitung und Normalisierung prekärer Lebensverhältnisse seit zehn Jahren zu den zentralen Themen der Soziologie gehören, ist die Frage nach den Formen, Prozessen und Konsequenzen der Prekarisierung aktueller als je zuvor. Das Ziel des Seminars ist, den Studierenden...

Was lernst du wirklich?

In dieser Übung tauchst du tief in das Thema der Prekarisierungsgesellschaft ein und verstehst, wie unsichere Lebensverhältnisse entstehen und sich in unserer heutigen Welt ausbreiten. Du analysierst die Ursachen dieser Unsicherheiten – von der Arbeitswelt bis hin zu sozialen Ausgrenzungsmechanismen – und diskutierst, wie Individuen und Gesellschaften damit umgehen.

Das wirst du lernen

  • Die historischen und sozioökonomischen Ursachen von Prekarität und unsicheren Lebensverhältnissen verstehen.
  • Den Zusammenhang zwischen post-fordistischer Wirtschaft und der Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen analysieren können.
  • Mechanismen der Reproduktion sozioökonomischer Prekarität und sozialer Ausgrenzung in der Netzwerkgesellschaft identifizieren.
  • Verschiedene Strategien zur Bewältigung und Verarbeitung von Prekarität in der Gegenwartsgesellschaft kritisch beurteilen.
  • Klassische und aktuelle soziologische Theorien zur Prekarisierung anwenden und diskutieren.

Passende Berufsfelder

Sozialforschung und Wissenschaft (Soziologie, Politikwissenschaft)Politikberatung und Public Policy (z.B. in Ministerien oder Think Tanks)Non-Profit-Organisationen und Sozialarbeit (Fokus auf Armut, Ausgrenzung, Arbeitslosigkeit)Gewerkschaften und ArbeitnehmervertretungenJournalismus und Medien (mit Schwerpunkt auf soziale und gesellschaftliche Themen)

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Offizielle Kursbeschreibung

Obwohl die gesellschaftliche Verbreitung und Normalisierung prekärer Lebensverhältnisse seit zehn Jahren zu den zentralen Themen der Soziologie gehören, ist die Frage nach den Formen, Prozessen und Konsequenzen der Prekarisierung aktueller als je zuvor. Das Ziel des Seminars ist, den Studierenden ein allgemeines Verständnis über den aktuellen Stand der soziologischen Forschung über die Prekarisierungsgesellschaft zu vermitteln und einen Blick in die gesellschaftlichen Erscheinungs- und Verarbeitungsformen von Prekarität zu ermöglichen. Die Übung ist inhaltlich in vier thematische Blöcke aufgeteilt. Im ersten Block werden anhand von klassischen (u.a. Karl Marx; Karl Polanyi) und aktuellen wissenschaftlichen Beiträgen (u.a. Pierre Bourdieu; Klaus Dörre; Stephan Lessenich) die gesellschaftliche Verortung und die sozioökonomischen und politischen Ursachen prekärer Lebensverhältnisse konzeptualisiert. Im zweiten Block wird der Zusammenhang zwischen der Entstehung der post-fordistischen Wirtschaftsproduktion, der Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen und der so genannten -Responsibilisierung- des Arbeitsnehmers zum Arbeitskraftunternehmer eruiert. Im dritten Block gilt die Aufmerksamkeit den Mechanismen der Reproduktion sozioökonomischer Prekarität in der gegenwärtigen Netzwerkgesellschaft. Es werden u.a. im Anschluss an Manuel Castells klassisches Werk The Rise of the Network Society (1996), und in Bezug auf die neuere Forschung über soziale Immobilität (u.a. Katharina Manderscheid) neue Quellen, Formen und Mechanismen von sozialer Ausgrenzung dargestellt. Im vierten Block wird der Fokus auf einige zentrale Verarbeitungsformen der Prekarisierung in der Gegenwartsgesellschaft gelenkt. Es wird u.a. diskutiert, inwiefern der die Gesellschaft zunehmend prägende kognitive Prekarisierung mittels traditioneller Formen von Interessenrepräsentation begegnet werden kann, inwieweit die -totale Gesundmachung- (Regina Brunnett) des Individuums objektive und subjektive Prekarität verhindern kann, und welche Strategien und Zielsetzungen transnationale Anti-Prekarisierungsbewegungen (wie Euromayday) im Gegensatz zur traditionellen Formen von Sozialkritik verfolgen. Department Institut für Soziologie • regelmäßige und aktive Teilnahme • kontinuierliche Lektüre der Literatur Leistungsnachweis • Referat: Maximal 15 min per Person • Essays: 4 Essays à 2-3 Seiten per Person • 3 ECTS Punkte Anmeldung Die Anmeldung für diese Veranstaltung ist ausschließlich über LSF möglich! Belegungsfrist für diese Veranstaltung ist für alle Studierenden vom 08. bis 14. März 2016. Bitte beachten Sie unbedingt die Hinweise zur Belegung, die Sie rechtzeitig auf der Website des Instituts für Soziologie unter dem folgenden Link finden: http://www.soziologie.uni-muenchen.de/studium-und-lehre/lehre/kursanmeldungen/index.html • Referat: Maximal 15 min per Person • Essays: 4 Essays à 2-3 Seiten per Person • 3 ECTS Punkte Anmeldung Die Anmeldung für diese Veranstaltung ist ausschließlich über LSF möglich! Belegungsfrist für diese Veranstaltung ist für alle Studierenden vom 08. bis 14. März 2016. Bitte beachten Sie unbedingt die Hinweise zur Belegung, die Sie rechtzeitig auf der Website des Instituts für Soziologie unter dem folgenden Link finden: http://www.soziologie.uni-muenchen.de/studium-und-lehre/lehre/kursanmeldungen/index.html LMU München SoSe 2016 Dr. Marttila Tomas