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Uni-München
17. Juli 2017

Übung Reiseliteratur Das Fremde im Spiegel des Eigenen

Reisen gehören zu den ältesten Themen der Literatur. So vielfältig literarische Darstellungen des Reisens sind, so unterschiedlich sind auch die Beweggründe für das Reisen, von der Pilger-, über die Bildungs- bis zur Entdeckungsreise oder auch die Grand tour, um nur...

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Reisen gehören zu den ältesten Themen der Literatur. So vielfältig literarische Darstellungen des Reisens sind, so unterschiedlich sind auch die Beweggründe für das Reisen, von der Pilger-, über die Bildungs- bis zur Entdeckungsreise oder auch die Grand tour, um nur einige Arten der Reise zu nennen. Ein Moment, das bei ganz unterschiedlichen Reisetexten auffällt, sind die verschiedenen Modi der Vermittlung des Fremden, also von etwas, das der jeweiligen Leserschaft der AutorInnen fremd ist. Um das Unbekannte im Medium der Sprache vorstellbar und verständlich zu machen, müssen sie auf allerlei rekurrieren, das in der eigenen Kultur bekannt ist. Welche Effekte ergeben sich aus solchen Einblicken in das Fremde über das Eigene? Geschieht eine Aneignung des Anderen? Gerät das Andere zur Folie, gegenüber der man sich abgrenzt? Angesichts des Rekurses auf ein geteiltes Wissen stellt sich zudem die Frage, welche Funktion Reiseliteratur in der Konstitution eines kollektiven Gedächtnisses hat oder haben kann. In der Lehrveranstaltung werden anhand einschlägiger Theorietexte Identität und Alterität diskutiert. Mindestens ebenso wichtig ist die Auseinandersetzung mit zentralen Texten der russischen und polnischen Reiseliteratur (beispielsweise A. N. Radiševs Reise von Petersburg nach Moskau, A. S. Puškins Reise nach Arzrum, O. . Mandel’štams Armenienreise oder auch O. Sedakovas Zwei Reisen aus der russischen Literatur, aus der polnischen A. Mickiewicz’ Krimsonette, H. Sienkiewicz’ Briefe aus Afrika, W. Gombrowicz’ Trans-Atlantik, Reisetexte von R. Kapuscinski oder M. Wilk). Auch -Klassiker- wie J. W. von Goethes Italienische Reise oder L. Sternes Sentimentale Reise, die in den beiden slavischen Literaturen lebendig rezipiert wurden, werden wir einbeziehen. Je nach Interesse der TeilnehmerInnen können Texte aus anderen Nationalliteraturen herangezogen werden. Im Mittelpunkt des Seminars stehen verschiedene Facetten des Umgangs mit dem Eigenen und Fremden in der Reiseliteratur. Voraussetzungen: regelmäßige und aktive Teilnahme, regelmäßige Lektüre. Reisetexte aller Art. Eric J. Leed. 1991. Die Erfahrung der Ferne. Reisen von Gilgamesch bis zum Tourismus unserer Tage, dt.: Hans-H. Harbort, Frankfurt/Main, New York 1993. Wolfgang Stephan Kissel (Hg.) (2009). Flüchtige Blicke: Relektüren russischer Reisetexte des 20. Jahrhunderts. Bielefeld. Leistungsnachweis Bachelor Hauptfach: Hausarbeit (ca. 25.000 Zeichen) mit Benotung MA Slavistik (WP 15.1): Thesenpapier (ca. 6.000 Zeichen) und Hausarbeit (ca. 30.000 Zeichen) mit Benotung Sie erhalten ECTS-Punkte. Downloads DateinameBeschreibunggültig vongültig bis Tawada_Sprachpolizei.pdf Tawada (Lektüre f.d. 26.10.16) Kapuscinski_Transsib.pdf Kapuscinski (Lektüre f.d. 2.11.16) Erzähltheorie_Reisebericht.pdf Übersicht: Erzählanalyse (v. 2.11.16) Hügli-2010_Identität.pdf Identität (f.d. 9.11.16) Hügli_Leitfragen.docx Leitfragen zum Identitäts-Aufsatz Zum Download müssen Sie angemeldet sein! Department II - Griechische und Lateinische, Romanische, Italienische und Slavische Philologie, Sprachen und Kommunikation Bachelor Hauptfach: Hausarbeit (ca. 25.000 Zeichen) mit Benotung MA Slavistik (WP 15.1): Thesenpapier (ca. 6.000 Zeichen) und Hausarbeit (ca. 30.000 Zeichen) mit Benotung Sie erhalten ECTS-Punkte. LMU München WiSe 1617 Dr. Burghardt Anja