Uni-München
14. März 2017Übung Semantiken gesellschaftlichen Wandels
Führt man sich die aktuellen Gesellschaftsbeschreibungen vor Augen, so stellt man fest, dass die Gegenwartsgesellschaft sich radikal verändert. Wandel, Transformation oder Entwicklung scheinen vor dem Hintergrund drastischer politischer, ökonomischer, sozialer und ökologischer Problemlagen zu den nutzbaren zeitgenössischen Grundkategorien gesellschaftlicher Selbstbeschreibungen...
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Jetzt Lernplan erstellenFührt man sich die aktuellen Gesellschaftsbeschreibungen vor Augen, so stellt man fest, dass die Gegenwartsgesellschaft sich radikal verändert. Wandel, Transformation oder Entwicklung scheinen vor dem Hintergrund drastischer politischer, ökonomischer, sozialer und ökologischer Problemlagen zu den nutzbaren zeitgenössischen Grundkategorien gesellschaftlicher Selbstbeschreibungen zu werden. Dabei sind solche transformatorischen Semantiken keine neue Erscheinung. Vielmehr scheint das Sprechen über Wandel ein genuin modernes Anliegen zu sein. Bereits zu Beginn gesellschaftlicher Reflexionstheorien rückt die Kategorie der Veränderung in ihren Vordergrund. Nicht zuletzt die selbstbeschreibende Attribuierung von ‚Modernität’ ist selbst eine Übergangssemantik, eine Erzählung über die Gegenwart der Gesellschaft unter dem Gesichtspunkt ihrer Veränderung.
Die Übung möchte eine historisierende Perspektive auf die Semantiken gesellschaftlichen Wandels seit Beginn der Moderne versuchen. Es handelt sich um die Lektüre klassischer und zeitgenössischer philosophischer, geschichtswissenschaftlicher und soziologischer Texte in Hinblick auf folgende Fragen: Wann und in welchen Kontexten wird die Betonung von Veränderung zum grundlegenden Element gesellschaftlicher Selbstbeschreibungen in der Moderne? Wie werden entsprechende Kategorien konzipiert und welche Annahmen über die Gesellschaft stecken dahinter? Warum erscheint es gerade in der modernen Gesellschaft plausibel, sich im Modus der Veränderung zu beschreiben? Was ist das Spezifische an den zeitgenössischen Semantiken gesellschaftlichen Wandels?
Die Übung setzt sich aus einer Einführung und drei ganztäglichen Blöcken zusammen. Erwartet wird intensive und kontinuierliche Vorbereitung der Literatur und aktive Teilnahme an den Diskussionen. Vorausgesetzt wird ein Interesse an soziologischen Theorien.
Department Institut für Soziologie
aktive und regelmäßige Teilnahme sowie kontinuierliche Vorbereitung der Literatur
Referat sowie Hausarbeit oder Übungsaufgaben
ECTS-Punkte: 3
LMU München
SoSe 2015
M.A.
Klymenko Iryna M.A