Uni-Essen
14. März 2017Übung Seminar Methodenanwendung in Praxisfeldern Familienzentren in Nordrhein Westfalen qualitative Erhebung zur Entwicklung der sozialen Infrastruktur für Kinder und Familien
Das Land Nordrhein-Westfalen hat im Jahr 2006 damit begonnen, etwa ein Drittel der ca. 9.000 Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren weiterzuentwickeln; bis zum Jahr 2012 soll dieses Ziel erreicht sein. Familienzentren sind Kindertageseinrichtungen, die mit Familienbildung und -beratung kooperieren, die Vermittlung und...
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Jetzt Lernplan erstellenDas Land Nordrhein-Westfalen hat im Jahr 2006 damit begonnen, etwa ein Drittel der ca. 9.000 Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren weiterzuentwickeln; bis zum Jahr 2012 soll dieses Ziel erreicht sein. Familienzentren sind Kindertageseinrichtungen, die mit Familienbildung und -beratung kooperieren, die Vermittlung und Qualifizierung von Tagespflege unterstützen, erweiterte Angebote für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bereit halten und einen Schwerpunkt auf Sprachförderung und interkulturelle Arbeit legen. Ihr Angebot soll an den Bedürfnissen des jeweiligen Sozialraums orientiert sein und Familien einen niederschwelligen Zugang ermöglichen. Die Entwicklung von Familienzentren beinhaltet somit zum einen die Weiterentwicklung der sozialen Infrastruktur in der Kommune, zum anderen eine Veränderung der internen Struktur von Kindertageseinrichtungen. Gesteuert wird die Entwicklung der Familienzentren über ein landesweit geltendes Gütesiegel, das Kriterien für die Leistung und Strukturen enthält, welche ein Familienzentrum vorhalten muss. Die Zuerkennung des Gütesiegels auf der Grundlage einer externen Überprüfung bildet die Voraussetzung dafür, dass ein Familienzentrum vom Land Nordrhein-Westfalen Fördermittel in Höhe von 12.000 Euro/Jahr erhält.
Fünf Jahre nach Start des Projektes ist die Frage von Interesse, wie sich die Familienzentren entwickelt haben und wie die Entwicklung der sozialen Infrastruktur von ihnen selbst und von den jeweiligen Kommunen eingeschätzt wird. Diesen Fragen soll in einer qualitativen Untersuchung nachgegangen werden. Im Wintersemester werden inhaltliche Grundlagen zum Thema erarbeitet, Methodenwissen (qualitative Interviews / Inhaltsanalyse) vermittelt und Gesprächsleitfäden entwickelt. Im Sommersemester erfolgen die Durchführung und Auswertung der Interviews. Parallel wird ein Einblick in aktuelle, mit dem Thema zusammenhängende Forschungsprojekte in der Abteilung Bildung und Erziehung im Strukturwandel (BEST) am Institut Arbeit und Qualifikation gegeben.
Zu jeder Sitzung sollen Input-Referate gehalten und Thesenpapiere von ca. 5 – 8 Seiten vorlegen, das nicht nur Thesen/Stichwörter, sondern die wichtigsten Informationen komprimiert enthält. Wichtige Basisliteratur ist zu den jeweiligen Themenfeldern angegeben. Die Aufteilung der Referate erfolgt in der ersten Sitzung.
Wintersemester 2010/11:
• 21.10.10: Einführung: Was ist ein Familienzentrum?; Aufteilung der Themen
• 04.11.10: Einführung: Qualitative Forschung (Blatter et al.) / Das Kinder- und Jugendhilfegesetz (Schwerpunkte: Inhaltsüberblick; Aufgaben der Kommune; Rolle freier Träger; Jugendhilfeausschuss; Änderungen durch TAG und KICK); Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) in Nordrhein-Westfalen
• 18.11.10: Qualitative Interviews: Überblick (Hopf 2007) / Schwerpunktthemen: a) Familienberatung im Familienzentrum, b) Familienbildung im Familienzentrum / Das qualitative Interview
• 02.12.10: Interviewen als Tätigkeit (Hermanns 2007) / Schwerpunktthemen: c) Kindertagespflege, d) Vereinbarkeit von Familie und Beruf / Kinderbetreuung und Arbeitsmarkt
• 16.12.10: Die Perspektive der Jugendämter / Qualitätskonzepte in der Kindertagesbetreuung / Das Gütesiegel und das Zertifizierungsverfahren
• 13.01.11: Qualitative Inhaltsanalyse (Mayring 2007) / Erarbeitung des Gesprächsleitfadens
• 27.01.11: Fertigstellung des Gesprächsleitfadens
Literatur:
www.familienzentrum.nrw.de (Internet-Seite des Landes NRW mit allen wesentlichen Informationen für Familienzentren)
http://www.paedquis.de/index.php?option=com_content&view=article&id=86&Itemid=101 (enthält die Berichte der wissenschaftlichen Begleitung zum Projekt -Familienzentrum- sowie aktuelle Informationen zum Zertifizierungsverfahren) (siehe hier vor allem -Arbeitsberichte der wissenschaftlichen Begleitung-; die in der Literaturliste zitierten Arbeitsberichte sind hier als download verfügbar)
A. Methoden
Blatter, J.K./Janning, F./Wagemann, C., 2007: Qualitative Politikanalyse. Eine Einführung in Forschungsansätze und Methoden. Wiesbaden.
Hermanns, H., 2007: Interviewen als Tätigkeit, in: Flick, U./Kardoff, E. v./Steinke, I. (Hrsg.): Qualitative Forschung. Ein Handbuch. 5. Auflage. Reinbek bei Hamburg: 360-269.
Hopf, C., 2007: Qualitative Interviews – Ein Überblick, in: Flick, U./Kardoff, E. v./Steinke, I. (Hrsg.): Qualitative Forschung. Ein Handbuch. 5. Auflage. Reinbek bei Hamburg: 349-360.
Mayring, P., 2007: Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. 9. Auflage. Weinheim.
B. Familienzentren und soziale Infrastruktur
Altgeld, K./Stöbe-Blossey, S. (Hrsg.) , 2009: Qualitätsmanagement in der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung: Perspektiven für eine öffentliche Qualitätspolitik. Wiesbaden.
Bien, W./ Rauschenbach, T./ Riedel, B. (2006). Wer betreut Deutschlands Kinder? DJI-Kinderbetreuungsstudie, Weinheim und Basel.
BMFSFJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) (Hrsg.), 2003: Auf den Anfang kommt es an! – Perspektiven zur Weiterentwicklung des Systems der Tageseinrichtungen für Kinder in Deutschland. Weinheim/Basel/Berlin.
Bußmann, U./Esch, K./Stöbe-Blossey, S., 2003: Neue Steuerungsmodelle – frischer Wind im Jugendhilfeausschuss? Die Weiterentwicklung der neuen Steuerungsmodelle: Tendenzen und Potentiale am Beispiel der Jugendhilfe. Opladen.
Diller, A./Leu, H. R./Rauschenbach, T. (Hrsg.), 2005: Der Streit ums Gütesiegel. Qualitätskonzepte für Kindertageseinrichtungen. München.
DJI (Deutsches Jugendinstitut e.V.), 2005: Eltern-Kind-Zentren: Die neue Generation kinder- und familienfördernder Institutionen. Grundlagenbericht. (erstellt vom Deutschen Jugendinstitut im Auftrag des BMFSFJ) http://cgi.dji.de/bibs/411_Grundlagenbericht%20Eltern-Kind-Zentren.pdf
Esch, K./Klaudy, E. K./Micheel, B./Stöbe-Blossey, S. , 2006: Qualitätskonzepte in der Kindertagesbetreuung – Ein Überblick. Wiesbaden.
Esch, K./Klaudy, E. K./Stöbe-Blossey, S., 2005: Bedarfsorientierte Kinderbetreuung. Gestaltungsfelder für die Kinder- und Jugendpolitik. Wiesbaden.
Fieseler, G./Herborth, R., 2005: Recht der Familie und Jugendhilfe. Arbeitsplatz Jugendamt / Sozialer Dienst . 6. Auflage. München.
Jurczyk, K./Rauschenbach, T./Tietze, W./Keimeleder, L./Schneider, K./Schumann, M./Stempinski, S./Weiß, K./Zehnbauer, A., 2004: Von der Tagespflege zur Familientagesbetreuung. Zur Zukunft öffentlich regulierter Kinderbetreuung in Privathaushalten. Weinheim/Basel.
Meyer-Ullrich, G., 2008: Familienzentren NRW: Qualitative Ergänzungsstudien zur Weiterentwicklung von Einrichtungen nach der Pilotphase (= Arbeitsbericht 6 der wissenschaftlichen Begleitung -Familienzentren NRW-), Berlin: PädQUIS.
MGFFI (Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen), 2007: Das Gütesiegel Familienzentrum NRW. Zertifizierung der Piloteinrichtungen. Autoren: Stöbe-Blossey, S./Strotmann, M./Tietze, W.. Düsseldorf (weitere Auflagen / Aktualisierung 2010 in Vorbereitung).
Schilling, G., 2008a: Familienzentren NRW: Die Perspektive der Jugendämter (= Arbeitsbericht 3 der wissenschaftlichen Begleitung -Familienzentren NRW-), Berlin: PädQUIS.
Schilling, G., 2008b: Familienzentren NRW: Die Perspektive der Familienbildungsstätten (= Arbeitsbericht 4 der wissenschaftlichen Begleitung -Familienzentren NRW-), Berlin: PädQUIS.
Schilling, G./Schreiber, N., 2008: Familienzentren NRW: Die Einrichtungen der ersten Ausbaustufe im Vergleich (= Arbeitsbericht 2 der wissenschaftlichen Begleitung -Familienzentren NRW-), Berlin: PädQUIS.
Schilling, G./Stöbe-Blossey, S., 2008: Familienzentren NRW: Die Perspektive der Erziehungsberatungsstellen (= Arbeitsbericht 5 der wissenschaftlichen Begleitung -Familienzentren NRW-), Berlin: PädQUIS.
Schreiber, N./Tietze, W., 2008: Familienzentren NRW: Der Entwicklungsprozess aus der Perspektive von Einrichtungen und Eltern (= Arbeitsbericht 1 der wissenschaftlichen Begleitung -Familienzentren NRW-), Berlin: PädQUIS.
Stöbe-Blossey, S. (Hrsg.), 2010a: Kindertagesbetreuung im Wandel – Perspektiven für die Organisationsentwicklung. Wiesbaden.
Stöbe-Blossey, S., 2008: Familienzentren in Nordrhein-Westfalen - eine neue Steuerung von niedrigschwelligen Angeboten für Kinder und Familien, in: Diller, A./Heitkötter, M./Rauschenbach, T. (Hrsg.): Familie im Zentrum: kinderfördernde und elternunterstützende Einrichtungen. Aktuelle Entwicklungslinien und Herausforderungen. München: 195-209.
Stöbe-Blossey, S., 2010b: Familienzentren in Nordrhein-Westfalen. Neue Wege in der Erbringung und Steuerung sozialer Dienstleistungen, in: Sozialer Fortschrift 4: 113-118.
Stöbe-Blossey, S./Mierau, S./Tietze, W. , 2008: Von der Kindertageseinrichtung zum Familienzentrum - Konzeption, Entwicklungen und Erprobung des Gütesiegels -Familienzentrum NRW-, in: Rossbach, H.-G./Blossfeld, H.-P. (Hrsg.): Frühpädagogische Förderung in Institutionen. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft ; Sonderheft 11/2008: 105-122.
Tietze, W./Lee, H.-J./Schreiber, N., 2008: Familienzentren NRW: Allgemeine pädagogische Qualität und die Qualität als Familienzentrum (Arbeitsbericht 7 der wissenschaftlichen Begleitung -Familienzentren NRW-), Berlin: PädQUIS.
Zimmer, A./Schrapper, C., 2006: Zukunft der Erziehungsberatung. Herausforderungen und Handlungsfelder. Weinheim und München.
Sozialwissenschaften
Universität Duisburg-Essen
WS 2010/11
Powi B.A., Politikwissenschaft (Bachelor of Arts)
Prof. Dr.
Stöbe Blossey Sybille