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Uni-München
14. März 2017

Übung Übung Geschichtsbilder und Legendenbildung Taira no Masakado in der japanischen Erinnerungskultur P 4.2

-Nur bedeutsame Vergangenheit wird erinnert, nur erinnerte Vergangenheit wird bedeutsam-, schreibt Jan Assmann zur kulturellen Erinnerung, die vergangenes Geschehen (res gestae) und deren erdichtete Umformungen gleichermaßen in sich fasst. Am Beispiel von Taira no Masakado wollen wir in der Übung...

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-Nur bedeutsame Vergangenheit wird erinnert, nur erinnerte Vergangenheit wird bedeutsam-, schreibt Jan Assmann zur kulturellen Erinnerung, die vergangenes Geschehen (res gestae) und deren erdichtete Umformungen gleichermaßen in sich fasst. Am Beispiel von Taira no Masakado wollen wir in der Übung einem solchen Formierungsprozess vom 10. bis zum 21. Jahrhundert in einer Vielzahl von Quellen nachgehen. Masakado zählt bis heute zu den bekanntesten Kriegergestalten in der japanischen Geschichte und wird bisweilen sogar als -erster Samurai- bezeichnet. Er hatte wie kaum jemand vor ihm die herrschende Tenn-Dynastie unter König Suzaku von der Peripherie her herausgefordert. Zwar scheiterte sein Aufstand gegen den Hof in Heian 940 auf dem Schlachtfeld. In der Erinnerungskultur in Japan steigerte sich seine Bedeutung jedoch mit der Zeit. Sei es als Rebell aus der Perspektive des Hofadels, als positive Identifikationsfigur für manche Kriegerdynastien oder auch als unruhiger Geist bis hin zum Schutzpatron der Stadt Edo, Masakado veranschaulicht wie kaum jemand die Vielfalt kultureller Erinnerungsbilder. Auf der Grundlage des aktuellen Forschungsstandes werden wir uns neben der Problematik einer Geschichtsvermittlung zwischen Fakt und Fiktion insbesondere mit Fragen zum frühen Kriegertums in Japan, der politischen wie religiösen Herrschaftslegitimation, dem Verhältnis von Adeligen und Kriegern wie dem multimedialen Nachleben Masakados näher auseinandersetzen. Jan Assmann, Das kulturelle Gedächtnis. Schrift, Erinnerung und politische Identität in frühen Hochkulturen, München 1992. William Theodore De Bary u.a. (Hrsg.), Sources of Japanese tradition, 2. Ed., Bd. 1, New York 2001. Darin: Difan (Tang Taizong), S. 85-89. James C. Baxter (Hrsg.), Historical consciousness, historiography, and modern Japanese values, Kyoto 2006. Wayne Farris, Heavenly Warriors. The Evolution of Japan's Military, 500 – 1300, Cambridge, Mass. 1992. Karl Friday, The First Samurai, Hoboken, NJ 2008. Vyjayanthi Ratnam Selinger, Authorizing the shogunate: ritual and material symbolism in the literary construction of warrior order, Leiden 2013. Judith Rabinovitch, Shmonki. The story of Masakado's rebellion, Tky 1986. Downloads DateinameBeschreibunggültig vongültig bis Farris_HeavenlyWarriors_Masakado.pdf Farris_HeavenlyWarriors The World turned Upside Down.pdf Souyri_2002_Kap.2 Shomonki_Stramigioli_1973.pdf Stramigioli_Shômonki Rabinovitch_Schômonki.pdf Rabinovitch_Shômonki Zum Download müssen Sie angemeldet sein! Department für Asienstudien LMU München SoSe 2016 Dr. Schley Daniel