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Uni-Essen
14. März 2017

Übung Vergil Aeneis

Nach Octavians Rückkehr aus dem Osten und der Ausrufung des Reichsfriedens 29 v.Chr. begann Publius Vergilius Maro (70-19) mit der Abfassung der Aeneis, vermutlich ab 27 v.Chr. Das Epos ist sein größtes Werk, er schrieb daran bis zu seinem Tod,...

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Nach Octavians Rückkehr aus dem Osten und der Ausrufung des Reichsfriedens 29 v.Chr. begann Publius Vergilius Maro (70-19) mit der Abfassung der Aeneis, vermutlich ab 27 v.Chr. Das Epos ist sein größtes Werk, er schrieb daran bis zu seinem Tod, veröffentlicht wurde es 17 v.Chr. In 12 Gesängen erzählt es die Flucht des Aeneas aus dem besiegten Troja, seine Irrfahrten und Kämpfe bis zur Landung in Latium und schließt mit dem Sieg über den Turulerfürsten Turnus, mit dem Aeneas‘ Herrschaft begründet wird, von der der Göttervater sagt, sie ordne Gesetze und errichte Mauern den Männern (Aen. 1,264), weder Zeit noch Frist setze er, Juppiter, der Herrschaft, Reich ohne Grenzen sei ihm [dem Römervolk] beschieden (Aen. 1, 278). Der -fundierende Text- (Jan Assmann) konzentriert die römische Weltherrschaft auf Augustus und ordnet die mythische Vergangenheit auf ihn zu. Höhepunkte des Textes sind die Liebesgeschichte zwischen Dido und Aeneas und der Abstieg des Aeneas zum verstorbenen Vater in die Unterwelt, geleitet von der Sybille (6,847-853). Hier steht auch die von Aeneas‘ Vater Anchises gesprochene Vision des zukünftigen römischen Weltreiches: Andere mögen Gebilde aus Erz in weicherem Gusse Formen, glaube ich, und lebendige Züge dem Marmor verleihen, Besser mit Reden verfechten das Recht und die Bahnen des Himmels Zeichnen mit messendem Stab und der Sterne Erscheinen verkünden: Du aber, Römer, gedenke mit Macht der Völker zu walten, Dies sei Deine Berufung – des Friedens Gesetze zu ordnen, Schon den, der sich gefügt, doch brich den Trotz der Rebellen. Deutlicher noch als im 6. Buch zeigt sich die Anlage des Epos auf Augustus‘ Herrschaft im 8. Buch, 611 ff.: Der von Vulcanus in Venus‘ Auftrag geschmiedete Schild des Aeneas stellt Augustus in eine historische Fluchtlinie, welche die Anfänge Roms in der Frühzeit mit dem Sieg über seinen Rivalen und seiner nun die ganze Welt umspannenden Herrschaft verbindet. Zugleich setzt die Bildfolge auf dem Schild Römervolk und Welt gleich. ( Jochen Bleicken, Augustus, Berlin 1998,523) Wenn auch schon Friedrich Schiller 1781 in seiner Rezension zu -Proben einer teutschen Aeneis- richtig erkannte, Vergil werde und müssen in jeder Übersetzung verlieren, lesen wir in der Übung ausgewählte Abschnitte des Epos in deutscher Übersetzung. Der Text ist im reclam-Verlag in einer guten Übersetzung erschienen, die zur Anschaffung empfohlen wird. Die Kenntnis des gesamten Textes wäre wünschenswert. Einzelne Aufsätze und Auszüge aus der Fachliteratur werden zur Verfügung gestellt. Bedingungen für den Erwerb eines Seminarscheines sind regelmäßige Teilnahme, Erledigung der Aufgaben und eine mündliche oder schriftliche Ausarbeitung zu Aspekten der Interpretation. Geschichte Universität Duisburg-Essen SS 2012 Dissen Margret