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Uni-München
14. März 2017

Übung Wahrnehmung der Zeit in der griechischen Antike

Ohne Zeit gäbe es keine Geschichte. Die Zeit hat eine absolute Bedeutung, deren Wahrnehmung und Definition aber chronologisch und geographisch wechseln. In der griechischen Antike waren noch mehr Zeitrechnungen verfügbar als heutzutage und sie hatten eine große Wirkung und Einfluss...

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Ohne Zeit gäbe es keine Geschichte. Die Zeit hat eine absolute Bedeutung, deren Wahrnehmung und Definition aber chronologisch und geographisch wechseln. In der griechischen Antike waren noch mehr Zeitrechnungen verfügbar als heutzutage und sie hatten eine große Wirkung und Einfluss auf die Gesellschaft. Thukydides benutzte drei verschiedene Systeme, um eine genaue Datierung für den Anfang des peloponnesischen Krieges zu bestimmen. Eratosthenes mehr als ein Jahrhundert später hätte nur ein einziges Datum gebraucht. In der Zwischenzeit war vieles passiert: Alexander hatte die Grundlage für eine universelle Geschichte geschaffen. Alle Städte aber bewahrten ihre eigenen lokalen Systeme, die sogar größeren Ruhm erlangten. Ziel des Kurses ist, die theoretischen und praktischen Aspekte der Zeit in der griechischen Antike kennenzulernen. Die enge Verbindung zwischen Zeitrechnung und der politischen und religiösen Sphäre soll herausgearbeitet werden. Es wird gezeigt, wie einzelne städtische Gemeinde ihre eigene Geschichte wahrgenommen haben. Die Zeit wird daher in zahlreichen Facetten analysiert: Geschichtsschreibung, Religion, Spiele, städtische Identität werden ebenso untersucht, wie die konkreten Erscheinungsformen der Zeit, d.h. Kalender, antike astronomische Analogrechner (z.B. Antikythera Mechanismus) und parapegmata. Die Übung soll als Blockveranstaltung durchgeführt werden. Die erste Sitzung findet am Fr 17.10.2014, 10-12 Uhr in Raum K022 statt. Weitere Sitzungen sind geplant für folgende Termine: Fr 21.11. (8-16 Uhr), Fr 28.11. (8-16 Uhr), Fr 05.12. (9-16 Uhr), bei Bedarf können aber auch abweichende Termine vereinbart werden. Eine Exkursion zum Deutschen Museum ist vorgesehen. Prüfungsform im BA und mod. LA: RE Übungen des BA-Typs -Theorie und Methode- entsprechen den Anforderungen der LPO I § 71 (1) Nr. 2 c bzw. der neuen LPO I § 67 Nr. 2 d • A. Momigliano, Times and ancient historiography, in Ders., Essays in ancient and modern historiography, Oxford 1977, 179-204 • A. Chaniotis, Historie und Historiker in den griechischen Inschriften, Stuttgart 1988 • C. Trümpy, Untersuchungen zu den altgriechischen Monatsnamen und Monatsfolgen, Heidelberg 1997 • L. Holford-Strevens, The history of time: A very short introduction, Oxford 2005 • R. Hannah, Time in antiquity, London 2009 • S. Stern, Calendars in antiquity:Empires, states, and societies, Oxford 2012 Anmeldung Eine Voranmeldung per e-Mail (fbattistoni@gmail.com) ist erwünscht. Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften LMU München WiSe 1415 Dr. Battistoni Filippo