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Uni-München
14. März 2017

Vertiefungsfachseminar Fachdidaktisches Vertiefungsseminar Latein

Gruppe 1: Ciceros Philippische Reden: Rhetorik Rezeption Didaktik -Quonam meo fato, patres conscripti, fieri dicam ut nemo his annis viginti rei publicae fuerit hostis qui non bellum eodem tempore indixerit?- Mit diesen Worten beginnt Cicero die Serie der vierzehn in...

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Gruppe 1: Ciceros Philippische Reden: Rhetorik Rezeption Didaktik -Quonam meo fato, patres conscripti, fieri dicam ut nemo his annis viginti rei publicae fuerit hostis qui non bellum eodem tempore indixerit?- Mit diesen Worten beginnt Cicero die Serie der vierzehn in der Zeitspanne vom 02.09.44 bis 21.04.43 gegen Marcus Antonius gerichteten Reden, die er nach dem Beispiel seines bewunderten Vorbildes Demosthenes als -Philippische Reden- bezeichnet hat. Der Redner setzt sich als prinzipienfester Republikaner einleitend pathetisch mit der libera res publica gleich. Nach dem Tyrannenmord am Dictator Caesar an den Iden des März überwirft er sich folgerichtig mit dem überlebenden Caesarianer Marcus Antonius und sucht zunächst im Senat und dann weltgeschichtlich folgenschwer auch im jungen Caesarerben Gaius Octavius Verbündete in seinem Kampf gegen eine neuerliche Alleinherrschaft. Im Seminar wollen wir uns dem faszinierenden einflussreichen Redencorpus auf zwei Wegen nähern: In die Tiefe führt die gemeinsame intensive Lektüre und Interpretation von vier der vierzehn Philippicae, die möglichst unterschiedliche Ausprägungen von Ciceros Redekunst repräsentieren: Intensiv analysiert und diskutiert werden die fünf besonders wirkmächtigen Reden 1, 2, 3, 5 und 8. Aspekte wie Aufbau und Struktur, Sprache, rhetorisch-persuasive Technik, Dramatisierung, Figurencharakterisierung, historische Aussagekraft im Spannungsfeld von Faktentreue und fiktiver Erweiterung werden hier thematisiert. In die Breite streben Überblicke zu Aufbau und Inhalt der anderen acht Philippischen Reden sowie Hinweise auf die Entstehung und Entwicklung der Gattung in Griechenland und Rom. Die Spur der Cicero-Rezeption in der Literatur, auf der Bühne und im Film verfolgen wir stetig von der Antike bis in unsere Tage. Die aus jüngster Zeit stammenden multimedialen Adaptionen der Philippicae in der TV-Serie -Rome- (2005-2007) sowie im letzten Band der Cicero-Trilogie von Robert Harris, die 2015 unter dem Titel Dictator erschienen ist, verdienen im Rahmen einer modernen Lektüredidaktik besondere Aufmerksamkeit. Gruppe 2: Robert Harris’ historischer Roman Titan im lateinischen Lektüreunterricht Die Cicero-Romane des britischen Autors Robert Harris zeichnen sich nicht nur durch ihre plastische und spannende Darstellung der römischen Antike aus, sondern auch durch eine überaus genaue Auswertung der lateinischen Quellen. Dieser Vorzug prädestiniert sie geradezu für den Einsatz im Lateinunterricht in Form einer Parallellektüre zur Vorentlastung und Kontextualisierung der Originaltexte. Titan, der zweite Teil der Trilogie, behandelt die Zeit von Ciceros Konsulat im Jahre 63 v. Chr. bis zu seiner Verbannung im Jahre 58 v. Chr. Er rezipiert neben vielen anderen Texten v.a. Ciceros konsularische Reden, zahlreiche seiner Briefe und Sallusts coniuratio Catilinae. Daher lässt sich Titan sowohl für die Lektüresequenz -Rede und Brief – Kommunikation in der Antike- in Jahrgangsstufe 10 als auch für die im Lehrplan Plus neu gestaltete Sequenz -Res publica libera, civitas corrupta, pax Augusta historische und politische Perspektiven- in Jahrgangsstufe 12 fruchtbar machen. Im Seminar sollen diese Möglichkeiten in Verbindung mit der makro- und mikrostrukturellen Erschließung ausgewählter lateinischer Texte von Cicero und Sallust ausgelotet werden. Ziel des Seminars ist u.a. die Erstellung einer Schulausgabe, die die Lektüre der lateinischen Texte parallel zur Lektüre des Romans ermöglicht. Am Anfang des Semesters erhalten die Seminarteilnehmer(innen) durch gemeinsame Sach- und Didaktikanalyse ausgewählter Originaltexte unter Einbeziehung weiterer Rezeptionsdokumente das methodische Rüstzeug für ihre eigenständigen Forschungen. Dann sollen sie in thesenhaften Referaten ihre aus dem Corpus gewonnenen Projekte im Plenum zur Diskussion stellen. Voraussetzungen für den Erwerb eines Seminarscheins sind regelmäßige aktive Mitarbeit, die Gestaltung einer Teilsitzung als Referent(in) auf der Grundlage einer umfassenden Thesen- und Interpretationshandreichung, die als Seminararbeit eingereicht werden kann. Gruppe 1: Ciceros Philippische Reden: Rhetorik Rezeption Didaktik Lektüreempfehlung zur Einstimmung: Markus Janka, Modernste Antike zwischen Wissenschaft und Unterricht. Die Serie Rome als Impuls für die rezeptionsdialektische Hermeneutik im lateinischen Lektüreunterricht, in: Sabine Anselm/ Markus Janka (Hgg.), Vernetzung statt Praxisschock. Konzepte, Ergebnisse, Perspektiven einer innovativen Lehrerbildung durch das Projekt Brückensteine, Göttingen 2016, S. 35-60. Janka, Markus , Univ.Prof.Dr. LMU München SoSe 2016 Dr. Bernek Rüdiger