Uni-München
14. März 2017Vertiefungsfachseminar Vertiefungsseminar Lateinische Literatur
Gruppe 01 (Wiener): Livius An ausgewählten Beispielen von Einzelerzählungen bis zu Erzählsequenzen vor allem der ersten Dekade soll die Erzähltechnik des Livius und sein Umgang mit Exempelfiguren der Republik im Vergleich mit der annalistischen Tradition und mit augusteischen Dichtern besprochen...
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Jetzt Lernplan erstellenGruppe 01 (Wiener): Livius
An ausgewählten Beispielen von Einzelerzählungen bis zu Erzählsequenzen vor allem der ersten Dekade soll die Erzähltechnik des Livius und sein Umgang mit Exempelfiguren der Republik im Vergleich mit der annalistischen Tradition und mit augusteischen Dichtern besprochen werden. Ein Reader, der auch Vergleichstexte enthält, wird den Teilnehmern zur Verfügung gestellt. Ich gehe aber davon aus, dass die Teilnehmer auf Deutsch zumindest Buch I und V schon vor Seminarbeginn gelesen haben (ich empfehle, eine Gliederungsskizze von beiden Büchern anzufertigen).
Ein Lernziel soll auch das Verständnis für die Entwicklung der römischen Magistrate und das Verhältnis von Senat und Volkstribunen aus der Perspektive des römischen Historikers sein. Zur Einführung in die Staatsordnung der Republik empfehle ich das Kapitel -Römisches Staatsrecht- der -Einführung in das Studium der Alten Geschichte- von Rosmarie Günther (UTB).
Ich erlaube mir, in der ersten Sitzung mit einem Test zum Inhalt von Buch I und V und zur römischen Staatsordnung zu beginnen.
Gruppe 02 (Hömke): Tacitus’ Dialogus de oratoribus und die Diskussion um den ‚Niedergang der Redekunst‘
Inhalt: -Warum ist die Redekunst ausgerechnet in unserer Zeit verödet und verwaist?- Diese Frage eröffnet den nach ciceronianischer Manier komponierten Dialog zwischen drei Koryphäen der Beredsamkeit, den Tacitus in frühester Jugend mitangehört haben will. Es werden denn auch diverse Gründe für den desolaten Zustand angeführt. Doch bald wird deutlich, dass noch mehr auf dem Prüfstand steht: Kann man wirklich von einem Niedergang sprechen? Und ist nicht generell die Dichtkunst der Redekunst vorzuziehen?
Schon für sich genommen bietet die kleine Schrift reichlich Stoff für Analysen (Charakterzeichnung, Dialogstruktur, politischer ‚Sitz im Leben‘ etc.). Obendrein stellt sich Tacitus damit in die seit Generationen gepflegte Tradition von Klagen über den Niedergang der Redekunst – dessen Beginn jeder der Autoren just in seine Zeit datiert...Wir werden in der Seminararbeit die Leitgedanken dieses Diskurses anhand von Vergleichspassagen aus Cicero, Horaz, Seneca d.Ä., Quintilian, Plinius u.a. nachzeichnen und zu Tacitus’ Dialogus in Beziehung setzen.
Ablauf: Vor Semesterbeginn wird eine Themenliste ausgelegt, in die Sie sich für ein Kurzreferat (zu einem realkundlichen oder literaturgeschichtlichen Hintergrundthema) und für einen Anteil an einer Sitzungsleitung über eine Textpassage eintragen. Diese Passage kann Grundlage Ihrer späteren Hausarbeit werden. Erwartet werden außerdem regelmäßige Präsenz, intensive mündliche Mitarbeit, Diskussionsfreude und solide häusliche Vorbereitung.
Literatur: Verbindliche Textausgabe: Cornelii Taciti Opera minora, rec. M. Winterbottom / R.M. Ogilvie, Oxford 1975 (OCT); weitere Texte (s.o.) werden als Kopiervorlage zur Verfügung gestellt. Kommentare: A. Gudeman: P. Cornelii Taciti Dialogus de oratoribus, Leipzig / Berlin 21914 (ND Amsterdam 1967); R. Güngerich: Kommentar zum Dialogus des Tacitus. A. d. Nachl. hg. v. H. Heubner, Göttingen 1980; R. Mayer: Tacitus. Dialogus de oratoribus, Cambridge 2001. Sekundärliteratur: K. Heldmann: Antike Theorien über Entwicklung und Verfall der Redekunst, München 1982; J.P. Murphy: Tacitus on the Education of the Orator, in: ANRW II 33.3, Berlin / New York 1991, 2284-2297.
Gruppe 03 (Bezner): Carmina Burana
Die berühmte, wohl im ersten Viertel des 13. Jh. aufgezeichnete Sammlung der Carmina Burana besteht aus mehr als zweihundert, systematisch arrangierten überwiegend lateinischen Gedichten, die eine äußerst große thematische Vielfalt aufweisen: neben teils ätzenden, teils verspielten Satiren auf die (Un-)Moral von Priestern, Prälaten und päpstlichen Administratoren, finden sich Bettelgedichte, Anleitungen für Spieler, Tugendlehren, Tierkataloge, Klagen und Kreuzzugsgedichte, aber auch eine große Zahl von Liebesliedern (über sexuelles Begehren, homerotische Liebe, Ehebruch, Prostitution). Mit seinen um die 50 deutschen Strophen ist der Codex Buranus zugleich als eine der frühesten Corpusüberlieferungen des deutschen Minnesangs anzusehen.
Ziel des Seminars ist eine systematische Einführung in diese -größte und wohl bedeutendste Sammlung weltlicher mittellateinischer Lyrik- (G. Bernt). Zu diesem Zweck werden wir ausgewählte Gedichte und Gedichtgruppen aus philologischer, literaturwissenschaftlicher und kulturwissenschaftlicher Perspektive analysieren und uns mit ausgewählten Forschungspositionen auseinandersetzen. Das Seminar steht darin auch Studierenden der mediävistischen Disziplinen (insbesondere der germanistischen Mediävistik offen).
Achtung : Das Seminar beginnt am Mittwoch, den 06.05.2015; die ausgefallenen Sitzungen (21.04. und 28. 04.) werden am Ende des Semesters durch eine Blocksitzung nachgeholt. – Fragen bitte bis Semesterbeginn via Email an fbezner@berkeley.edu
Textgrundlage: Carmina Burana. Texte und Übersetzungen, ed. B.K. Vollmann, Frankfurt am Main 1987.
Zur Einführung: Vollmann, S. 897-923 (wird ab Ende März online gestellt).
Downloads
DateinameBeschreibunggültig vongültig bis
AufsatzWinterbottom_Schoolroom.pdf Gruppe Hömke: Aufsatz Winterbottom
Günther-Röm-Staatsrecht-001.pdf Livius-Einführung-Staatsrecht
Hömke,SemesterplanTacitus.pdf Gruppe 02 (Hömke): Seminarplan
Ergänzungstexte.pdf Gruppe 02 (Hömke): Ergänzungstexte
Semesterplan_vollständig.pdf Gruppe 02 (Hömke): Seminarplan update
Torquatus-Lit.docx Livius-Torquatus-Literatur
Quadrigarius-v-Albrecht002.pdf von-Albrecht-Toquatus-Quadrigarius-Livius
Neraudau-Torquatus-1976.pdf Néraudau-Fs-Heurgon-Torquatus
Koeves-Zulauf-Torquatus-2000.pdf Köves-Zulauf-AAHung-Torquatus
Martin-Torquatus-REL-1982.pdf Martin-REL-Torquatus
Carter-Torquatus-2008.pdf Carter-RhM-Torquatus
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Department II - Griechische und Lateinische, Romanische, Italienische und Slavische Philologie, Sprachen und Kommunikation
LMU München
SoSe 2015
Prof.Dr.
Wiener Claudia