Uni-Kassel
14. März 2017Vertiefungsseminar eros und anima Zur Geschichte des 8222 Hohelieds 8220 in Religion und Dichtung
-Mit Küssen seines Mundes bedecke er mich. Süßer als Wein ist deine Liebe.- So beginnt das biblische Hohelied der Liebe, ein außergewöhnliches Werk altorientalischer Literatur. Ein besonderes Buch in seiner klaren und bilderreichen Sprechen über Erotik und Sexualität, eine Ausnahme...
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Jetzt Lernplan erstellen-Mit Küssen seines Mundes bedecke er mich. Süßer als Wein ist deine Liebe.- So beginnt das biblische Hohelied der Liebe, ein außergewöhnliches Werk altorientalischer Literatur. Ein besonderes Buch in seiner klaren und bilderreichen Sprechen über Erotik und Sexualität, eine Ausnahme in der Zeichnung eines weiblichen Subjekts von Liebe und Begehren, ein poetisches Werk, das innerhalb des biblischen Kanons einzigartig ist. Handelt es sich dabei um eine Sammlung von profanen Liebesliedern, um die Beschreibung königlicher Liebe (wie es der Titel -Hohelied Salomos- nahe legt) oder um den Entwurf einer Liebesbeziehung zwischen Gott und seinem Volk Israel? Bis heute ist diese Frage in der Theologie heftig umstritten – hängt sie doch aufs engste mit der Bewertung von Liebe und Sexualität im Kontext von Religion zusammen. Im Mittelalter ist dieses Buch hauptsächlich als theologische Literatur rezipiert worden, oft im mystischen Kontext. Verstanden wurde es da als die Beschreibung der Liebe zwischen Gott und der menschlichen Seele. Hier gehört es zu den am meisten zitierten biblischen Büchern. Gleichzeitig stehen daneben die Übertragungen ins Mittelhochdeutsche, die in einen kultur- und literaturgeschichtlichen Kontext eingebettet sind, der die gegengeschlechtliche Liebe und die entsprechenden Geschlechterentwürfe besonders intensiv diskutiert und in künstlerischen Darstellungen experimentell neu ergründet.
Das Seminar will zunächst einmal biblische und weitere literarische Texte wahrnehmen und vertieft kennen lernen. Die Lektüre der Texte wird durch zwei Tutorien unterstützt werden. Immer im Gespräch mit den Texten sollen aber auch theologische, literaturwissenschaftliche, kultur- und mentalitätsgeschichtliche Fragen diskutiert werden: Welcher Deutungsansatz ist dem biblischen Hohelied angemessen? Wie lassen sich die Metaphern verstehen? Was bedeutet es, über Liebe und Sexualität literarisch zu sprechen? Und was heißt es, das im Kontext von Religion zu tun?
Einführende Literatur:
Zakovitch, Yair (2004): Das Hohelied. Freiburg im Breisgau (HthKAT).
Spitz, Hans-Jörg (2000): ez ist sanc aller sange. Das -St. Trudperter Hohelied- zwischen Kommentar und Dichtung. In: Volker Honemann und Tomas Tomasek (Hgg.): Einführung in die mediävistische Germanistik. Münster 1999 (Münsteraner Einführungen: Germanistik 4).
Bemerkung
Wichtig in Bezug auf die Anmeldung:
Das Seminar ist interdisziplinär angelegt und für Studierenden aller Fächer unseres Fachbereichs offen. Falls es bei Ihnen mit der Anmeldung über das online-Verfahren nicht klappen sollte, dann schreiben Sie bitte eine Email mit dem Betreff -Hohelied-Seminar-Anmeldung- an michael.mecklenburg@uni-kassel.de, dort werden die Anmeldungen gesammelt. Geben Sie in der Email dabei bitte Name, Vorname, Matrikel, Studiengang, Studienfächer und Fachsemester an. Um eine intensives Arbeiten im Gespräch möglich zu machen, ist das Seminar auf 40 TeilnehmerInnen beschränkt.
Leistungsnachweis
Leistungsnachweis entsprechend Modulhandbuch.
FB 02 Institut für Germanistik
Leistungsnachweis entsprechend Modulhandbuch.
Uni Kassel
WiSe 2014/15
Germanistik binational
Prof. Dr.
Mecklenburg Michael