Uni-Siegen
14. März 2017Konzeptionen des offenen Kunstwerks
Mit Opera aperta nahm Umberto Eco 1962 eine Diskussion auf, die von der Antike bis heute ein kritisches Feld besetzt hält: Gibt es Bedingungen, unter denen ein ästhetisches Ding als vollkommenes Ganzes, als ‚Werk‘ bezeichnet werden kann, dem nichts hinzugefügt...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenMit Opera aperta nahm Umberto Eco 1962 eine Diskussion auf, die von der Antike bis heute ein kritisches Feld besetzt hält: Gibt es Bedingungen, unter denen ein ästhetisches Ding als vollkommenes Ganzes, als ‚Werk‘ bezeichnet werden kann, dem nichts hinzugefügt oder weggenommen werden darf, ohne es zu zerstören? Für Eco beginnt mit der Romantik, mit den Vorstellungen einer assoziativen, fragmentarischen, prozessualen und kollaborativen Ästhetik die Auflösung eines solchen Werkbegriffs, entwickeln sich über die Avantgarden des 19. Und 20. Jahrhunderts bis in die Medienästhetik der Gegenwart immer neue Konzeptionen eines unabgeschlossenen, am Ende immer wieder neu von den Rezipienten gestalteten offenen Kunstwerks.
Ausgehend von einigen seiner Überlegungen wird das Seminar solche Konzeptionen, sowohl ihre theoretischen Modelle wie die entsprechende ästhetische Praxis in vor allem literarischen aber auch anderen Künsten vorstellen und analysieren, und zar nach folgendem Plan:
1 22.10. Idee, Plan, Literatur
2 29. Begriffe: Werk, KW, Experiment, Rahmen, Intentionen, Rezeptionen…
3 5.11. Offene KW nach Eco
4 12. Barock, Manierismus (Hocke-Beispiele)
5 19. Sturm und Drang - Drama
6 26. Romantik – Briefroman
7 3.12. L. Sterne, Jean Paul, S. Mallarmé, A. Döblin, J. Joyce, A.Schmidt...
8 10. Klassische Avantgarden
9 17. Fluxus-Happening
10 7.1.2014 Formalismus-Strukturalismus, Informel
11 14. Dekonstruktion, Neoismus
12 21. Performance
13 28. Videokunst
14 3.2. Netzkünste
Eco, Umberto: Das offene Kunstwerk (Opera aperta, 1962), Frankfurt/M. 1977
Hocke, Gustav René: Die Welt als Labyrinth. Manier und Manie in der europäischen Kunst. Beiträge zur Ikonographie und Formgeschichte der europäischen Kunst von 1520 bis 1650 und der Gegenwart, Hamburg 1957 (erweiterte Neuausgabe als: Die Welt als Labyrinth. Manierismus in der europäischen Kunst und Literatur, Reinbek 1987)
Thierse, Wolfgang : Das Ganze aber ist das, was Anfang, Mitte und Ende hat.- Problemgeschichtliche Beobachtungen zur Geschichte des Werkbegriffs. In: Barck, K.H., Fontius, M., Thierse, W. (Hg.): Ästhetische Grundbegriffe. Berlin 1990, S. 386
Szyrocki, Marian: Die deutsche Literatur des Barock. Eine Einführung. Reinbek 1968 (auch als Reclam-Ausgabe erhältlich)
Web:
http://www.mediaculture-online.de/fileadmin/bibliothek/reck_medienkunst/reck_medienkunst.html
http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/8372/1/Dissertation_Baus.pdf
http://www.essl.at/bibliogr/ok.html
http://homepage.univie.ac.at/karl.baier/texte/pdf/Eco-Cage.pdf
http://www.dichtung-digital.de/
http://www.medienkunstnetz.de/themen/public_sphere_s/public_sphere_s/6/
Germanistik - Neuere deutsche und Allgemeine Literaturwissenschaft II
Die Veranstaltung setzt die aktive Mitarbeit (als Einzelreferat oder in einer Referatsgruppe) voraus. Für bloße Anwesenheit gibt es keine Kreditpunkte! Wer mehr als 3x fehlt, kann keinen Leistungsnachweis erwerben!
Universität Siegen
WiSe 2013/14
Univ.-Prof. em.
Gendolla Peter em