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Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Vertiefungsseminar Kollektives Handeln und kollektive Güter

Kollektive Güter definieren sich darüber, dass sie nicht in privatem Besitz genommen und dass Dritte nicht von ihrer Nutzung ausgeschlossen werden können. Beispiele sind politischer Protest, frei zugängliches Wissen im Internet (etwa Wikipedia) oder eine saubere Umwelt. Viele kollektive Güter...

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Kollektive Güter definieren sich darüber, dass sie nicht in privatem Besitz genommen und dass Dritte nicht von ihrer Nutzung ausgeschlossen werden können. Beispiele sind politischer Protest, frei zugängliches Wissen im Internet (etwa Wikipedia) oder eine saubere Umwelt. Viele kollektive Güter werden nicht durch eine zentrale Instanz (wie etwa dem Staat) bereitgestellt, sondern basieren auf kollektivem Handeln, d.h. auf einem gemeinschaftlichen und zielgerichteten Handeln einer Vielzahl von Akteuren. Aus soziologischer Perspektive ist kollektives Handeln keinesfalls selbstverständlich, sondern problembehaftet und voraussetzungsvoll. Ausgangspunkt unserer Beschäftigung mit dem Thema wird die Problemanalyse kollektiven Handelns aus der Perspektive der (engen) Rational Choice Theorie sein. Legt man das Modell nutzenmaximierender Akteure zugrunde, besteht das Kernproblem kollektiven Handelns in der Trittbrettfahrerproblematik. Eine Lösung kann dieser Perspektive zufolge nur anreizbasiert erfolgen. Die Empirie zeigt allerdings, dass sich Individuen in ihrem kollektiven Handeln häufig nicht nach den Prämissen der (engen) Rational Choice Theorie verhalten. Die Bereitschaft zur Beitragsleistung scheint unabhängig von unmittelbaren Anreizen auch ganz wesentlich von kooperationsfördernden Institutionen oder auch von Fragen der kollektiven Identität abhängig zu sein. In dem Seminar werden wir uns mit der Frage beschäftigen, was aus soziologischer Perspektive die Probleme kollektiven Handelns sind und welche Lösungsmechanismen es gibt. Der überwiegende Teil der Literatur wird einen theoretischen Fokus haben. Mancur Olson (1968): Die Logik kollektiven Handelns. Kollektivgüter und die Theorie der Gruppen. Tübingen: Mohr. Jon Elster (2007): Explaining Social Behavior. More Nuts and Bolts for the Social Sciences. Cambridge: Cambridge University Press. (Kap. 24: -Collective Action-) Elinor Ostrom (1990): Governing the Commons. The Evolution of Institutions of Collective Action. Cambridge: Cambridge University Press. Bemerkung BN: 6 Leseprotokolle AP: Hausarbeit oder mündliche Prüfung -Achtung: interne Deadline: Der Anmeldezeitraum geht vom 01.09.15 bis zum 02.10.15, 23.59 Uhr (MEZ). Ab dem 03.10.15 bis zum 23.10.15 erfolgt die finale Zulassung durch die Dozenten!- Sozialwissenschaften (BA, PO 2005) Universität Düsseldorf WiSe 2015/16 Jun.-Prof. Dr. Tranow Ulf Jun