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Uni-Kassel
14. März 2017

Vertiefungsseminar Pragmatik

INHALT – Auf den ersten Blick scheint Sprechen mit Handeln nichts zu tun zu haben. Diese gemeinhin verbreitete Ansicht zeigt sich schon in solchen Sprichwörtern wie -Wir müssen den Worten auch Taten folgen lassen-; als ob das Sprechen nur ein...

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INHALT – Auf den ersten Blick scheint Sprechen mit Handeln nichts zu tun zu haben. Diese gemeinhin verbreitete Ansicht zeigt sich schon in solchen Sprichwörtern wie -Wir müssen den Worten auch Taten folgen lassen-; als ob das Sprechen nur ein abstraktes Planen wäre vor dem echten Handeln. Wenn man diese Ansicht aber kurz überdenkt, so finden sich auch Situationen, in denen es nahe liegt, das Sprechen als ein Handeln aufzufassen. So können Sie, wenn Sie auf das Heiratsversprechen mit -Ja- geantwortet haben, sich nicht mehr damit herausreden, dass Sie bloß etwas gesagt, aber noch nichts getan hätten. Und wenn jemand Ihnen ein Buch bringen soll, ist es gleichgültig, ob Sie mit dem Zeigefinger auf das Buch verweisen oder einfach sagen: -Das rote!-. In vielen Kontexten fließen also Sprechen und Handeln ineinander und genau mit diesen Phänomenen setzt sich die Disziplin der linguistischen Pragmatik auseinander. Wir werden sehen, wie man mit Sprache auf etwas zeigen (Deixis), etwas voraussetzen (Präsuppositionen) und tatsächlich Handlungen vollziehen kann (Sprechakte). Und natürlich wird der pragmatische Blick auf die Sprache enthüllen, welche gesellschaftliche Relevanz das -bloße Sprechen- faktisch entfalten kann, wenn es um Implikaturen in politischen Texten oder um Kommunikationsregeln und Höflichkeitsmuster im Alltag geht. WICHTIG – Zum Seminar- und Prüfungsverlauf: Das Seminar beginnt am 15. April. In jeder Seminarsitzung werden 3-8 Arbeitsfragen verteilt, die sich auf das jeweils behandelte Thema beziehen und im Seminar bearbeitet werden, einerseits, um ihr Wissen zu festigen, andererseits, um für mich als Anhaltspunkt dafür zu dienen, ob ich Ihnen die Lehrinhalte verständlich vermitteln konnte. Diese Arbeitsfragen bilden am Ende des Semesters einen Pool von etwa 50 Fragen. Aus diesem Pool werden für die Klausur etwa 12 Fragen ausgewählt, wobei bei Anwendungsaufgaben die Beispiele variieren können. Auch ein Kolloquium orientiert sich grob an den Arbeitsfragen. Es wird auch anwendungsbezogene Sitzungen geben, diese bilden dann eine Orientierung für ein potenzielles Hausarbeitsthema. FB 02 Institut für Germanistik Uni Kassel SoSe 2014 Germanistik/Deutsch Germanistik/Deutsch Reszke Paul