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Uni-Siegen
14. März 2017

Von Gilgamesch bis Men's Health Perspektiven der Men's Studies

-Was vom Mann übrig blieb-, -Männer sind Schweine!-, -Der Mann – das schwache Geschlecht- – es sind Schlagzeilen wie diese, die das aktuelle Bild von Männern und Männlichkeit prägen und allesamt suggerieren: mit dem modernen Mann stimmt etwas nicht (mehr)....

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-Was vom Mann übrig blieb-, -Männer sind Schweine!-, -Der Mann – das schwache Geschlecht- – es sind Schlagzeilen wie diese, die das aktuelle Bild von Männern und Männlichkeit prägen und allesamt suggerieren: mit dem modernen Mann stimmt etwas nicht (mehr). Die Rede von der beinahe schon sprichwörtlichen Krise des Mannes scheint so bedrohlich wie allgegenwärtig. Blickt man nun aber auf die Kulturgeschichte der Männlichkeit, wird schnell deutlich, dass diese Krise keineswegs so neu ist wie allerorts proklamiert. Um 1900 betritt mit dem Fortschreiten der Psychoanalyse der effeminierte Homosexuelle die Bühne der Öffentlichkeit, um 1800 ist es der gefühlsgesteuerte romantische Jüngling – beides Männlichkeitsbilder, die der Norm des starken Mannes, des Patriarchen zuwiderlaufen und folglich als Krisensymptome gedeutet werden. Kurz: die Geschichte der krisenhaften Männlichkeit reicht mindestens zurück bis in die Antike, wo das ambivalente Phänomen der Knabenliebe bereits zu allerlei Kontroversen über das starke Geschlecht Anlass bot. Das Seminar bietet einen Überblick über die Diskursgeschichte von -Männlichkeiten- (R. Connell), der von einer der ältesten überlieferten literarischen Dichtungen, dem Gilgamesch-Epos, bis in die heutige Zeit reicht, wo der Metrosexuelle, der Broker und der Hausmann die letzte Bastion einer hegemonialen Männlichkeit zu behaupten suchen. Die Texte – sowohl literarische und theoretische als auch journalistische und populärwissenschaftliche – werden im Semesterapparat zum Seminar sowie über Moodle zur Verfügung gestellt. Romanistik - Französische und italienische Literaturwissenschaft Universität Siegen SoSe 2010 Jun.-Prof. Dr. Schuhen Gregor Jun